102 A. Augustinus Bekenntnisse.
gen reden höre, wovon er keine Kenntniß Hut, undUnrichtiges glaubt, so ertrag' ich geduldig seine Mei-nungen; und ich sehe nicht, was es ihm schade,, daer von Dir, Schöpfer aller, nichts Unwürdiges glaubt,wenn er auch den Zustand und die Beschaffenheit derkörperlichen Schöpfung nicht kennt. Aber es schadetihm, wenn er jenes für ein wesentliches Theil derLehre der Gottesfurcht halt, und hartnackig zu behaup-ten wagt, dessen er unkundig ist.
Aber auch derlei Schwachheit wird in der Wiegedes Glaubens von der Mutter ertragen, der Liebe,bis der Mensch erneut aufstehe zum vvllkommnenMann, und nicht jeder Lehre Wind ihn herumtragenkönne. Wenn Jener aber als ein solcher Lehrer, Mei-ster und Führer derer, die er jenes überredete, zu er-scheinen wagte, daß die, so ihm folgten, nicht einemMenschen, sondern deinem heiligen Geiste zu folgenglaubten: Wer würde nicht diese Raserei, wo er falsch-redend befunden würde, für verabscheuungswürdig undhöchst vermeidlich halten? Aber dennoch hatt' ich keineGewißheit, ob die Abwechselungen langrer und kür-zerer Tag' und Nachte, und jene der Nacht und desTages selbst, und die Finsternisse, und was hiehergehörendes ich in andern Büchern gelesen hatte, nachseinen Reden erklärt werten könnten: Könnten sies,so würd' ich zwar zweifelhaft gewesen sein, ob dieSache sich so verhielt' oder nicht so; aber geglaubtwürd' ich seinem Ansehn haben, wegen des Rufs sei-ner Heiligkeit.