Viertes, Buch.
89
thaten sind, wenn die wirkende Gcmüthsbewcgungungeordnet ist, und stolz und ungestüm aufbraust,und Schandthaten, wenn jener Seelenrciz, worauskörperliche Lust' entstehn, ungemaßigt ist: also bema-keln Jrrthümer und falsche Meinungen das Leben,wann der vernünftige Geist selbst ungeordnet ist, wieer damals in mir war, da ich nicht wußte, wie ichihn mit anderm Licht erleuchtete, auf daß er der-Wahrheit thcilhaftig würde, weil er selbst nicht dieWahrheit ist. Denn du wirst erleuchten meine Leuchte,Herr, mein Gott! wirst erleuchten meine Finstensiß:und aus deiner Fülle haben wir All' empfangen.'Denn du bist das wahrhafte Licht, welches jedenMenschen erleuchtet, der da kömmt in diese Welt,weil in dir kein Wandel ist, noch eines AugenblicksVerdunklung.
Aber ich strebte zu dir, und ward zurückge-stoßen, damit ich den Tod schmeckte, weil du denStolzen widerstehst. Was aber Stolzer, als daß ichmit wunderbarer Unweisheit behauptete, von Naturwar' ich das, was du bist. Denn da ich wandelbarwar, und dies schon daraus erhellte, daß ich freilichdarum weise zu sein begehrte, um aus einem schlech-ten Menschen ein besserer zu werden; so wollt' ichdoch lieber dich für wandelbar halten, als mich füretwas anders, als dich. Dcßhalb ward ich zurückge-stoßen, und du widerstandest meinem windigen Nacken;und ich dachte mir körperliche Formen, und ich Fleischbeschuldigte das Fleisch, und, ein wandelnder Geist,kehrt' ich nicht zu dir, und wandelnd wandelt' ich in