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Bekenntnisse
Entstehung
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88
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88 A. Augustinus Bekenntnisse.

Wunderbares schaffst! Und mein Geist hielt sich ankörperlichen Formen, und, durch Beispiele vonKörpern unterstützt, nannt' ich Schön, was durch sichselbst, und Schicklich, was durch sein Verhaltniß zuEtwas gefiele.

Und ich wandte mich zur Natur des Geistes,und die falsche Meinung die ich vom Geistigen hatte,ließ mich das Wahre nicht sehn. Und es fiel inmeine Augen die wirkliche Kraft des Wahren: dochschwankend wandte meine Seele sich weg vom Un-körperlichen zu Umrissen und Farben und schwellendenGrößen. Und weil ich sie in dem Geiste nicht wahr-nehmen konnte, glaubt' ich auch, meinen Geist nichtwahrnehmen zu können. Und da ich in der Tugendden Frieden liebt', im Laster die Zwietracht haßte;so bemerkt' ich eine gewisse Einheit in jener, Theilungin diesem; und in jener Einheit schien mir der ver-nünftige Geist und die Natur der Wahrheit und deshöchsten Guten zu sein; in jener Theilung aber glaubt'ich Elender eine ich weiß nicht welche Substanz desunvernünftigen Lebens und die Natur des höchstenBösen, die nicht allein eine Substanz, sondern wirk-liches Leben, und dennoch nicht von Dir war', o Gott,wovon Alles ist. Und jene nannt' ich Monas, gleich-sam einen geschlechtlosen Geist, und diese Dyas, hef-tige Begier zu Ausschweifungen, Vergnügen im La-ster und wußte nicht, was ich sagte. Denn ichwußte noch nicht, und hatt' es nicht erkannt, daßweder das Bös' eine Substanz, noch unser Geist dashöchste unwandelbare Gute wäre. Denn wie es Übel-