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Bekenntnisse
Entstehung
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90
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9t) A. Augustinus Bekenntnisse.

Jenes, was nicht ist weder in dir, noch in mir, nochim Körper. Und nicht deine Wahrheit schuf dies,sondern meine Eitelkeit bildet' es aus Körpern; undich redete zu deinen Kleinen, deinen Getreuen undmeinen Mitbürgern, wovon ich unwissend mich ent-fernte. Warum, sprach ich geschwatziger Thor, war-um irrt die Seele, geschaffen von Gott? Und ichwollte nicht Hinwider gefragt sein: warum also irrtGott? Und ich stritt mehr dafür, daß deine unwan-delbare Substanz gezwungen irrt'/als daß ich gestand,die meinige wäre wandelbar, von selbst vom rechtenWege gewichen, und irrte zur Strafe.

Und ich war ungefähr sechs oder sieben undzwanzig Jahr' alt, als ich jene Bücher schrieb, michherumtreibend mit Körpervorstellungen, die meinesHerzens Ohren betäubten, womit ich horcht' auf dei-nen innersten Einklang, o süße Wahrheit, und nach-sann über das Schöne und Schickliche, und begehrte,ständig zu sein und dich zu hören, und mich zu freuenmit Freude über die Stimme des Bräutigams, undich vermocht' es nicht, weil mich die Stimmen mei-nes Irrthums hinwegrissen, und das Gewicht meinerHoffart in den Abgrund zog. Denn du gabst mei-nen Ohren nicht Freud' und Wonne, noch wurdenfröhlich meine Gebeine, die noch nicht gedemüthigtwaren.

Und was nutzt' es mir, daß ich, ungefähr inmeinem zwanzigsten Jahr, als mir gewisse Schriftendes Aristoteles, die man die zehn Kategorien nennt,in die Hände kamen, und deren unter diesem Na-