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Bekenntnisse
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86
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86 A. Augustinus Bekenntnisse.

Geht etwa aus dem Munde des Lobenden in dasHerz des Hörers diese Liebe? nein! Sondern EinLiebender entzündet den Andern. Alsdann liebt manden Gelobten, wann man glaubt, daß nicht aus trug-vollem Herzen der Lobende spreche, daß heißt, wanner mit Liebe lobt.

So liebt' ich denn damals die Menschen nach derMenschen Urtheil, nicht aber nach dem deinigcn, meinGott, das keinen trügt. Aber warum wünscht' ich, daßsie nicht gelobt würden, wie treffliche Wagenlenker, wieunter dem Wolke berühmte Thierkampfer, sondern ganzanders, und so wie ichs mir selbst wünschte, gelobtzu sein? Nicht aber wollt' ich gelobt und geliebt,wie Schauspieler, obwohl ich sib selbst lobt' und liebte,sondern lieber verborgen sein, als so bekannt, liebergehaßt, als so geliebt. Wie wirken auf Eine Seeledie Beweggründe so verschiedner Liebe? Was lieb'ich an einem andern, welches ich, haßt' ich es nichtzugleich, nicht verabscheu» und von mir stoßen würde,da wir doch beide Menschen sind? Denn obgleichman ein gutes Roß liebt, ohne eins sein zu wollen,könnte mans auch; so kann man dies nemliche dochnicht vom Schauspieler sagen, der unser Ncbenmenschist. Also lieb' ich im Menschen, was ich zu seinhasse, da ich selbst Mensch bin? Ein ungeheurer Ab-grund ist der Mensch, dessen Haar' auf dem Hauptevon dir, o Herr, gezahlt sind, und nicht vermindertwerden ohne dich: und doch sind seine Haar' eher zahl-bar, als seine Leidenschaften und die Regungen seinesHerzens.