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Bekenntnisse
Entstehung
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85
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Viertes Buch.

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Dies wüßt' ich damals nicht, und ich liebte nie-drigeres Schönes, und sank in den Abgrund, undsprach zu meinen Freunden: lieben wir etwas anderes,als das Schöne? Was also ist schön? Und was istSchönheit? Was ist es, was uns reizt in den Din-gen, die wir lieben, und uns mit ihnen vereint? Warenicht Anstand in ihnen und gefallige Form, so würdensie uns keineswegs anziehn. Und ich bemerkt' undsah, daß in den Körpern etwas gleichsam Ganzes unddeßhalb Schönes war', ein Anderes aber, was deßhalbgefiele, weils zu etwas schicklich wäre, wie z. B. einesKörpers Theil zu dessen Ganzem, oder ein Schuhzum Fuß, und dergleichen. Und diese Betrachtungsprudelt' in meinem Geist' aus dem Innersten meinesHerzens; und ich schrieb Bücher vom Schönen undSchicklichen, ich glaube zwei oder drei: du weißt es,o Herr, mir entfiel es. Denn wir haben sie nicht mehr,sondern sie verloren sich, ich weiß nicht wie.

Was ist es aber, was mich antrieb, Herr meinGott, daß ich jene Bücher dem römischen RednerIcherius (Hierius) zuschrieb, den ich nicht von Ange-sicht kannte, sondern als einen Mann liebte, dessenGelehrtheit weit berühmt war, und wovon ich einigeWorte gehört hatte, die mir gefielen? Wohl vorzüg-lich deßhalb gefielen sie mir, weil sie andern gefielen,die ihn lobpriesen, erstaunt, daß ein Syrer, zuerst ge-lehrt in griechischer Beredsamkeit, darauf auch in derlateinischen ein vortrefflicher Lehrer ward, und er sokundig wäre der Dinge, die ins Fach der Weisheitgehörten. Man lobt und liebt den Abwesenden.