80 A. Augustinus Bekenntnisse.
Wiedergebenden nicht, oder liebt man den Liebendennicht wieder, ohne etwas von ihm zu verlangen,denn Zeichen seines Wohlwollens. Daher jene Weh-klag' und der finstre Schmerz wann jemand stirbt;daher Ängstigung des Herzens, weil die Süßigkeit inBitterkeit sich wandelte, und Tod der Lebenden, weildie Gestorbenen ihr Leben verloren Selig, wer Dichliebt, und den Freund in dir, und den Feind wegendeiner! Er allein verliert nichts Liebes, dem Alle liebsind in Jenem, der nicht verloren wird. Und wer istdieser, als unser Gott, Gott, der Himmel und Erdeschuf, und sie erfüllt, weil er sie erfüllend schuf? Dichverliert keiner, der dich nicht verlaßt.- und der dichverlaßt, wohin geht, wohin flieht er, als von dir demGütigen, zu dir dem Erzürnten? Denn wo findet ernicht dein Gesetz ihm zur Strafe? Und dein Gesetzist die Wahrheit, und die Wahrheit bist Du.
Herr der Hcerschaaren, wend' uns zu dir, undzeig' uns dein Antlitz: und wir sind errettet! Dennwohin sich wende des Menschen Seele, stets wartenSchmerzen ihrer, anderwärts als in dir, auch wennes schöne Dinge sind, woran sie hangt außer dir undaußer sich. Auch diese waren nicht, waren sie nichtdurch dich; sie entsteh» und vcrgehn, und ihr Entsteh»ist ihres Daseins Beginn; und sie wachsen, um ver-vollkommt zu werden, und vcrvollkommt werden siealt, und vergchn: denn Alles wird alt und vergeht.Also wenn sie entsteh» und ins Dasein sireben, jeschneller sie dann aufwachsen zum Sein, je mehr eilensie zum Nichtsein. Das ist ihre Bestimmung. Nur