Viertes Buch.
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Ich glaube, je mehr ich jenen Freund liebte, destomehr haßt' und scheut' ich den Tod, der Ihn mirraubte, als meinen grausamsten Feind; und ich wähnte,bald würd' er alle Menschen hinwcgraffcn, da er esjenen konnte. Genau so wars in mir, wie ich micherinnere.
Siehe mein Herz, mein Gott, schaue mein In-wendiges, daß ich mich dessen so erinnere, o meineHoffnung, der du mich reinigst von der Unreinheitsolcher Gefühle, ziehend meine Augen auf dich, undvon den Stricken meine Füße befreiend. Denn ichwunderte mich, daß die übrigen Sterblichen lebten, dader, den ich als unsterblich geliebt hatte, gestorbenwar; und noch mehr wundert' ich mich, daß ich nochlebte nach dem Tode dessen, der mein anderes Ichwar. Schön sagte Jemand von seinem Freunde:Halste meiner Seele! Denn ich fühlt' es, daß meineSeel' und seine Seele nur eine Seele war in zwccnLeibern; und darum war mir das Leben ein Scheusal,weil ich nicht zur Hälfte leben mochte. Und darumvielleicht fürchtete ich den Tod, damit nicht jener ganzstürbe, den icb so innig geliebt hatte.
O der Unwissenheit, die die Menschen nicht mensch-lich zu lieben weiß! O des thönchten Menschen, derMenschliches mit Ungeduld ertragt, wie ich damalsthat! Deßhalb ängstcte ich mich, seufzte, weinte, warverwirrt, ohne Nuhe, ohne Überlegung. Ich trugmeine Seel' umher, zerrissen und blutig; und daß ichsie umhertrug war ihr zuwider: und wie ich sie be-ruhigte, fand ich nicht. Nicht in lieblichen Hainen,