7(i A. Augustinus Bekenntnisse.
unsers Lebens: Scnszen und Weinen und Ächzen undGebeugt sein? Ist es durum süß, weil wir hoffen,du hörest uns? Das ist Bitten angemessen, da ihnenVerlangen gehört zu werden beiwohnt. Wars aberdaS bei dem Schmerzen über das Verlorne und beider Trauer, die damals meine Seel' einnahm? Ichhoffte ja nicht, ihn wieder lebend zu machen, nochsucht' ich das durch meine Thrancn: ich trauerte nurund weinte. Denn elend war ich, und hatte meineFreude verloren. Oder ist das sonst so bittre Weinendann süß, wann uns jenes alles anekelt, dessen Ge-nuß uns vorher ergötzte, und den wir jetzt verabscheu»?
Warum red' ich aber jenes? Denn es ist nichtZeit zu untersuchen, sondern dir zu bekennen. Elendwar ich, und jeder ist elend, dessen Geist gefesselt istdurch Anhänglichkeit an fremde Geschöpfe; und zer-rissen wird er, verliert er sie: und dann fühlt er dasElend, worin er schon war, eh er sie verlor. Sowars mir zu jener Zeit, und ich weinte bitterlich, undmir that die Bitterkeit wohl. So war ich elend, undein elendes Leben selbst war mir lieber als meinFreund. Denn obwohl ich es zu andern wünschte,wünscht' ich doch nicht, es mehr zu verlieren, als ihn.Und ich weiß nicht, ob ich es für ihn verlieren mochte,wie man von Orestes und Pylades erzahlt, (wennskeine Erdichtung ist) die für einander zugleich sterbenwollten, weil, nicht zugleich zu leben, ihnen verhaßterwar, als der Tod. Aber ich weiß nicht, welche Em-pfindung in mir diesem widersprach: heftig war in mirdes Lebens Überdruß, aber auch des Todes Furcht.