74 A. Augustinus Bekenntnisse.
mungen, der du uns zu dir bekehrst yuf wunderbareWeisen! Siehe, du nahmst hinweg den Menschen' ausdiesem Leben, da er kaum Ein Jahr verlebt hatt' mmeiner Freundschaft, mir süß vor allen Süßigkeitenjenes meines Lebens.
Wie erzahlt ein Einziger die Wohlthaten, die eran sich Einzigem erfuhr? Was thatst du damals,mein Gott, und wie unerforschlich ist die Tiefe deinerUrtheile! Denn als jener am Fieber siechte, lag erlange sinnlos in Todesschwciß. Und da man ver-zweifelte an ihm, ward er unwissend getauft, ohnedaß es mich kümmerte; und ich glaubte, das, was ichihm eingeflößet, würde seine Seele behalten, undmuthmaßte nicht, was in des Unwissenden Körper ge-schah. Weit anders aber war es. Denn er bessertesich, und ward gesund. Sobald ich nun mit ihmreden konnte (und ich könnt' es sogleich, als er eskonnte: denn ich wich nicht von ihm; zu sehr hingenwir an einander) wollt' ich lachen mit ihm, als obauch er über die Taufe lachen sollte, die er bei völligerSinnlosigkeit empfing, wie mans ihm erzahlt hatte.Doch er entsetzte sich vor mir als einem Feind, undermahnte mich mit wunderbarer ungewohnter Frei-mütigkeit: ich müßte, wollt' ich sein Freund sein,derlei Red' unterlassen. Ich aber, erstaunt und ver-wirrt, verbarg alle meine Bewegungen, auf daß erdesto eher genäse, und durch der Gesundheit Kräftewieder tüchtig würde, mit sich nach meinem Beliebenhandeln zu lassen. Doch er, entrissen meiner Thorheit,auf daß er bei dir aufbewahrt würde zu meinem Tröste,