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Bekenntnisse
Entstehung
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71
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Viertes Buch.

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Wie streben jene, unser ganzes Heil zu untergra-ben! Vom Himmel her, sagen sie, ist dir unaus-weichbar der Sünden Quell! Und: Venus bewirktedas, oder Saturnus oder Mars! Schuldlos sollnemlich der Mensch sein, er Fleisch und Blut undstolze Fäulniß; zu beschuldigen aber des Himmels undder Gestirne Schöpfer und Walter. Und wer ist der,als du, unser Gott, die Süßigkeit und der Ursprungder Gerechtigkeit, der du einem Jeden vergiltst nachseinen Werken, und ein zerschlagnes und demüthigesHerz nicht verachtest?

Es lebte damals ein Mann von Geist, sehr er-fahren und berühmt in der Heilkunde, der als Pro-konsul mit seiner Hand den erstrittnen Kranz meinemHaupt aufgesetzt hatte, dem Ungesunden, aber auchnicht als Arzt. Denn jener Krankheit Heiler warstDu, der du den Stolzen widerstehst, aber Gnade ver-leihst den Demüthigen. Doch auch bei diesem Greisewarst du mir etwa fern, oder hörtest du auf, an mei-ner Seele zu heilen? Denn als ich ihm Vertrautergeworden war, und seinen Reden, ohne Wörterschmuckdurch des Inhalts Reiz angenehm und zu hören wür-dig, aufmerksam und bestandig horchte; da ersah eraus unserm Gespräche, daß ich die Bücher der Nati-vitatsteller schätzte; und er ermahnte mich väterlichund wohlwollend, sie hinwcgzuwerfen, und nicht Fleißund Mühe, die ich zu nützlichen Dingen nöthig hätt',auf jene Eitelkeit umsonst zu verwenden; und er sagtemir, er hätte diese falsche Kunst erlernt, weil er inseinen ersten Jahren entschlossen gewesen wäre, durch