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Bekenntnisse
Entstehung
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65
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Drittes Buch.

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an jeder Stelle, wo sie betete: und du erhörtest sie.Denn woher anders jener Traum, wodurch du sietröstetest, so daß sie glaubte, ich lebte bei ihr, und säßebei ihr zu Haus am nemlichcn Tische, was sie schonnicht mehr zugeben wollte, aus Widerwillen und Ab-scheu gegen die Lasterungen meines Jrrthums. Dennsie sah sich stehn auf einem geraden hölzernen Brett,und auf sich zukommen einen glänzenden freudigen undlächelnden Jüngling, da sie selbst traurig war und ge-beugt vor Gram. Als er geforscht hatte nach derUrsach ihrer Traurigkeit und ihrer taglichen Thränen(um zu trösten, nicht aus Neugier) und sie geantwor-tet, sie bejammere mein Berderbniß; hieß er sie ruhigsein, und ermahnte sie, aufzumerken, und zu schauen:wo sie wäre, wär' auch ich! Als sie aufmerkte, sahsie mich bei ihr stehn auf demselben Brette. Wo-her dies, als nur weil deine Ohren sich ihrem Herzenzuneigten, Allmachtiger, Bester, der du so für jedenEinzelnen sorgst, als hättest du nur für ihn allein zusorgen, und so für Alle, wie für den Einzelnen?

Daher auch dies: als sie mir ihr Gesicht erzahlte,und ich es dahin zu deuten strebte, daß sie nicht zwei-feln sollte, sie würde das werden, was ich war, sprachsie schnell ohne Zögern: Nein, nein! mir ward nichtgesagt: wo er, da auch du! sondern: wo du, da aucher! Ich bekenne dir, wies meine Erinnerung dar-beut, (was ich schon öfter sagte) daß auf mich diesedeine Antwort durch die wachende Mutter mehr Ein-druck machte, indem die so nah liegende falscheAuslegung sie nicht verwirrt', und sie so schnell sah,