Druckschrift 
Bekenntnisse
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66 A. Augustinus Bekenntnisse.

was zu sehn war, welches ich, ehe sies sagte, sichernicht sah, als ihr Traum selbst, wodurch dem from-men Weibe die noch entfernte Freude, zum Trost indem gegenwartigen Kummer, so lange vorher gewcis-sagt ward.

,Denn es wahrte fast noch neun Jahre, daß ichmich in dem Schlamme des Abgrunds und in denFinsternissen der Falschheit, oft mich zu erheben stre-bend, aber desto tiefer hineingestoßen, herumwalzt', in-deß jene keusche fromme maßige Wittwe, dergleichendu liebst, zwar mit lebendigerer Hoffnung, aber darumim Weinen und Seufzen nicht träger, nicht aufhört'in jeder Stunde des Gebetes über mich zu dir auf-zujammern. Und ihre Bitten gelangten vor dein An-gesicht: und mich ließest du dennoch umgeben sein umund um von jenem Dunkel.

Und du gabst indeß noch eine andre Antwort, wieich mich erinnere. Denn vieles übergeh' ich, weil ichzu jenem eile, was mir mehr am Herzen liegt, dir zubekennen; auch auf vieles besinn' ich mich nicht mehr.Eine andre Antwort also gabst du durch deinen Prie-ster, einen Bischof, erzogen in deiner Kirch', und be-wandert in deinen Büchern. Als jenes Weib diesenbat, daß er mit mir sich unterreden möcht' und wider-legen meine Jrrthümer, und mich ablehren das Bös',und lehren das Gute; (denn er that dies, wenn ersattsame Anlage dazu vorfand,) schlug er es ab, undsehr weislich, wie ich es hernach einsah. Denn er ant-wortete, ich wäre noch ungelehrig, weil ich noch auf-geblasen wäre von der Neuheit jener Ketzerei, und mit