Drittes Buch.
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falscher Freiheit, aus Geiz, mehreres zu haben, undmit Gefahr, alles zu verlieren, da wir unser Selbst-eignes mehr lieben, als dich, das Gut Aller.
Aber unter den Schandthaten und Verbrechenund so vielen Bosheiten giebt es Sünden zum Nutzen,die von richtig-.urtheilenden zwar getadelt werden nachder Regel der Vollkommenheit, aber gelobt wegen derHoffnung zur Frucht, wie aufgrünende Saat. Undeinige sind Schandthaten oder Verbrechen ahnlich, aberdennoch keine Sünden, weil sie weder dich beleidigen,unfern Herrn und Gott, noch den gesellschaftlichenVerein; indem dadurch etwas der Zeit gemäßes zumGebrauche des Lebens sich verschafft wird, ohne daßman sagen könn', es gescheh' aus Habbegier; oderindem mit rechtmäßiger Gewalt um zu bessern gestraftwird, ohne daß man sagen könn', es gescheh' aus Be-gier zu schaden. Viele Thaten daher, die den Men-schen rügewürdig scheinen, werden von dir gutgeheißen,und vieles von Menschen Gelobte wird von dir ver-dammt; indem sich oft ganz anders das Auffallendeder That verhält, und anders des Handelnden Gemüthund die verborgenen Zeitverhältnisse.
Wann du aber etwas völlig Ungewöhnliches undUnerwartetes befiehlst, wenn du es auch einst verbotest,wer zweifelt, (obwohl du die Ursache des Befehls zurZeit verschweigst, und obwohl es dem Verein einigerMenschen widerstrebe) daß man gehorchen müsse, wenngerecht jene Gesellschaft der Menschen ist, die dirdient? Aber selig sind, die wissen, du habest befoh-len. Denn in Allem gehorchen deine Diener, so-