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Drittes Buch.

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kann, so liebt man, und nur allein darum, die Be-trübniß. Und das bewirkt jene Ader der Freundschaft.

Aber wohin geht ihr Weg, wohin fließt sie? war-um fallt sie in den Strom siedendes Pechs, in diewilde Gluth garstiger Brunst, in welche sie sich wan-delt durch eigne Hinneigung, abgewandt und entflohnvon ihrer himmlischen Heitre?

Verwerflich also wäre Mitleiden? Keineswegs.Also zuweilen soll man Betrübniß lieben. Aber hütedich vor Unreinheit, meine Seele! Unter dem Schutzemeines Gottes, des Gottes unsrer Bater, des Preis-würdigen, des Hocherhabenen in alle Ewigkeit, hütedich vor Unreinheit! Denn auch jetzt bin ich nichtmitleidenslos: aber damals in den Theatern freut'ich mich mit den Liebenden, wenn sie durch Schand-taten zum Genüsse gelangten, obwohl es nur tau-schendes Schauspiel war. Verloren sie sich aber ein-ander, so trauert' ich mitleidig mit: und doch freutemich beides. Jetzt aber bemitleid' ich den mehr, wersich in Schandtaten erfreut, als wer Schweres erdul-dete verderblicher Wollust halber, und des Verlusteselender Glückseligkeit.

Dies ist das wahre Mitleiden: aber nicht in ihmerfreut sich die Betrübniß. Denn obwohl es der LiebePflicht gutheißt, über den Unglücklichen sich zu betrü-ben: so wünscht man doch, lieber keine Ursache zurBetrübniß zu haben, wann man wahrhaft mitleidendist. Es müßt' ein übelwollendes Wohlwollen geben,was nicht sein kann, wenn der wahrhast und aufrich-tig Mitleidige Leidende wünschte, um Mitleiden fühlen

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