44 A. Augustinus Bekenntnisse.
fen, gleichsam als bedürft' er weniger deiner Barm-herzigkeit, die die Sünden denen verzeiht, die sich zudir bekehren? Denn wer, gerufen von dir, deinerStimme folgt', und jenes mied, was er in meinenBekenntnissen von mir selbst liest, der verlache michnicht, daß ich Kranker bei jenem Arzte Heilung fand,der ihm verlieh, nicht zu erkranken, oder vielmehr, we-niger zu erkranken. Und daher lieb' er dich eben so,ja noch mehr, da er durch den, wodurch er mich ausder Betäubung so vieler Sünden errettet sieht, sich vonder Betäubung so vieler Sünden bewahrt steht.
Welcher Frucht genoß ich Elender aus dem, des-sen Erinnerung mich jetzt beschämt, vorzüglich ausjenem Diebstahl, wobei ich nur den Diebstahl liebte,da er selbst nichts war, und ich seinerhalb nur destoelender? Und dennoch hatt' ich allein ihn nicht be-gangen, wenn ich meine damalige Lage mir vorstellte;allein hatt' ich ihn durchaus nicht begangen. Alsoliebt' ich auch die Gefährtschaft Jener, womit ich ihnbeging. Nicht also liebt' ich nichts Anders, als denDiebstahl: und wiederum nichts Anders, weil auchjene nichts ist. Wo ist hier die Wahrheit? Wer lehrtsie mich, als der, welcher mein Herz erleuchtet, undscheidet meine Schatten? Was ist, was mir in denSinn kam zu erforschen, zu untersuchen und zu be-trachten? Wenn ich damals das Obst liebte, was ichstahl, und sein zu genießen begehrte, so könnt' ichsauch allein, wenn, die Bosheit begehn, genug war,meine Lust zu stillen, und ich entzündete nicht durchdas Anreiben der Mitschuldigen den Reiz meiner Be-