Zweites Buch.
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dir halten, und sich erheben gegen dich. Aber auchso dich nachahmend zeigen sie, daß du der Schöpferseist aller Natur, und sich nichts finde, um völlig sichvon dir abzuwenden.
Was also liebt' ick in jenem Diebstahl, und worinahmt' ich meinen Herrn fehlend und verkehrt nach?Gcfiels mir etwa, gegen das Gesetz wenigstens durchheimlichen Trug zu handeln, da ichs durch offene Ge-walt nicht vermochte, damit ich Gefangner eine unvoll-kommene Freiheit nachahmte, ungestraft Unerlaubtesausübend, mich erfreuend der dunkeln Aehnlichkeit derAllmacht? Sieh, ein Knecht der seinem Herrn ent-flicht, und nach Schatten hascht! O Berdcrbtheit!o Ungeheuer des Lebens und Tiefe des Todes! könnt'Unerlaubtes gefallen, bloß weils unerlaubt war?
Wie vcrgelt' ichs dem Herrn, daß mein Gedächt-niß sich dieses erinnert, und meine Seele sich dessennicht fürchtet? Ich will dich lieben, o Herr, und dirdanken, und deinem Namen bekennen, weil du mirso viele böse schändliche Thaten erlassen hast. DeinerGnade verdank' ichs, und deiner Barmherzigkeit, daßdu meine Sünden aufgelöst hast, wie Eis. DeinerGnade verdank' ichs, was ich Böses unterließ: dennwas könnt' ich nicht thun, da ich auch ohne Lohn-absicht den Frevel liebte? Und Alles, ich bekenn' es,hast du mir erlassen, was ich Uebels aus mir selbstthat, und was ich, geführt von dir, nicht that.
Wer der Menschen wagts, wann er seiner Schwach-heit gedenkt, seine Keuschheit und Unschuld eignenKräften beizumessen, um dich weniger lieben zu dür-