Zweites Buch.
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gier. Aber nicht nach jenem Obste strebte meine Lust,sondern sie lag in der That selbst, und das Mitsün-digen meiner Gesährten forderte sie.
Worin bestand jenes Streben meines Gemüths?Gewiß, schändlich war es äußerst, und wehe mir, daßes in meinem Gcmüthe war! Aber worin bestand es?Wer durchschaut die Verbrechen? Ein Gelächter gabsals kitzelte man unser Herz, da wir Die betrogen, diesich deß von uns nicht versahn, und denen unsre Thatso sehr ungewünscht war. Warum nun erfreut' esmich, daß ich die That nicht allein beging? Vielleicht,weil keiner so leicht allein lacht? Keiner zwar so leicht:aber auch Einsamen, ohne daß jemand anders gegen-wartig sei, überkömmt zuweilen das Lachen, wannetwas gar Lächerliches den Sinnen oder dem Geistesich darbeut. Doch ich, Ich hätt' es nicht allein ge-than, allein hätt' ichs durchaus nicht gethan. Siehe,. vor dir liegt, mein Gott, das lebendige Andenkenmeiner Seele! Allein hätt' ich jenen Diebstahl nichtbegangen, wobei mir nicht gefiel, was ich stahl, son-dern nur das Stehlen, was mich allein nie ergötzenwürde. O gar zu feindselige Freundschaft! Verfüh-rung der Seele! unerklarbare Begier, spielend undscherzend zu schaden! Freud' an fremdem Verlust,ohne allen eignen Gewinst, ohne alle Rachsucht! —Aber es heißt: Gehn wir, thun wirs! Und dannschämt man sich, nicht unverschämt zu sein.
Wer löst den so äußerst verflochtnen verschlunge-nen Knoten? Schandvoll ist er: auf ihn merken willich nicht, nicht sehen. Auf dich will ich sehn, Gerech-