42 A. Augustinus Bekenntnisse.
nichts ist liebkosend als deine Liebe; keine heilsamereLiebe, denn jene zu deiner Wahrheit, schon vor Allemund lichtvoll. Und Neugier gibt sich das Ansehn derWißbegier, da du Alles vollkommen weißt. SelbstUnwissenheit und Thorheit wird durch die NamenEinfalt und Unschuld verschleiert: denn mehr Einfalt,als in dir, findet sich nicht. Was aber ist unschuldi-ger, als Du, da deine Werke den Bösen zuwider sind?Und Trägheit scheint nach Ruhe zu streben: doch woist wahre Ruhe außer dem Herrn? SchwelgenderAufwand wünscht Sättigung und Ucberfluß genanntzu werden: du aber bist Fülle, und unversi'egenderQuell unverderblicher Süßigkeit. Verschwendung spanntaus den Schatten der Freigebigkeit: aber der VollesteGeber alles Guten bist Du. Geiz will Vieles besitzen:und du besitzest Alles. Neid streitet um Vorzug: wasist Vorzüglicher, denn Du? Zorn sucht Rache: werrächt gerechter, als Du? Der Furchtsame erschricktvor Ungewohntem und Unvermuthetem. was der ge-liebten Sache zuwider ist, und sucht Sicherheit: aberwas ist Dir ungewohnt, was unvermuthet? Oderwer treunt dich von dem, was du liebst? oder wo istaußer dir feste Sicherheit? Der Traurige härmt sichab über verlorne Dinge, woran sich seine Begier er-götzte: denn er wollte, daß ihm nichts genommenwürde, wie Dir nichts genommen werden kann.
So ist die Seel' ungetreu gegen dich, wo sie sichabwendet von dir; sie sucht außer dir Reinheit undKlarheit, die sie nicht findet, sie kehre denn zurück zudir. Verkehrt ahmen jene dich nach, die sich weit von