Zweites Buch.
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Siehe mein Herz, o Gott, siehe mein Herz, dessendu dich erbarmtest in der Tiefe des Abgrunds! Siehe,mein Herz sage dir nun, was es dort suchte, damitich ohne Lohn böse war', und keine Ursache wäre mei-ner Bosheit, als Bosheit. Schandlich war sie, undich liebte sie, liebte mein Verderben, liebte meine Feh-ler; nicht das, weßhalb ich fehlte, sondern meine Feh-ler selber liebt' ich, ich schandliche Seele, mich stürzendvon deiner Grundveste herab in Zerrüttung, nichts Gu-tes, nur Schande begehrend.
Ein reizendes Aeußeres haben schöne Körper, unddas Gold, und das Silber, und Allerhand. Und inBerührung des Fleisches gefallt sanftes Anfügen ammeisten, und so entspricht jedem übrigen seine eigneModifikation des Körpers. Auch zeitliche Ehr', unddie Macht, zu gebieten und zu herrschen, haben ihreAnmuth, woher auch der Durst nach Nach' entspringt.Aber um Alles dies zu erlangen, soll man nicht hin-wegwandeln von dir, und den Weg deines Gesetzesnicht verlassen: Und das Leben, was wir hier leben,hat seine Lockungen durch eine gewisse Anmuth, undsein Verhaltniß zu allem unfern irdischen Schönen.Auch der Menschen Freundschaft in liebem Band istsüß ob der Vereinigung mehrerer Gemüther. In allemdiesem und seines Gleichen wird gesündigt, wann wirdurch ungemäßigte Hingebung, da sie die niedrigstenGüter sind, das Bessre und Höchste vernachlässigen,Dich, unfern Gott und Herrn, und deine Wahrheit,und dein Gesetz. Denn auch jene haben ihre Freuden,aber nicht wie du, mein Gott, der Alles gemacht hat:.