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Bekenntnisse
Entstehung
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29
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Erstes Buch.

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folgungen einen Andern mehr verderbte, als man seineigen Herz durch Feindschaft verderbt!

Und sicher gibts kein wahreres Wissen, als dasGewissen, das da sagt, man thue das einem Andern,was man selber nicht wolle.

Wie bist du gehcimnißvoll, wohnend in den Höhenin Stille, einziger großer Gott, nach unwandelbaremGesetze strafende Blindheit schickend auf unerlaubteBegier! Wenn der Mensch der Beredsamkeit Ruhmsucht, und dasteht vor dem richtenden Menschen, um-geben von Menschenmenge, mit dem grausamsten Hasseseinem Feinde nachstellend, wie sehr hütet er sichnicht vor dem Sprachfehler: unter die Menschen stattunter den Menschen! Ob er aber durch seine Wutheinen Menschen aus den Menschen vertilge, davorhütet er sich nicht.

Solche Sitten umgaben mich armen Knaben, unddieser Kampfplatz wars, wo ich mehr einen Barbaris-mus fürchtete zu sagen, als ich mich hütete, wann ichihn sagte, die, so keinen sagten, zu beneiden. Ich sag'und bekenne dicß, worin ich von Jenen gelobt ward,denen gefallen mir gute Aufführung hieß. Denn ichsah nicht den Abgrund der Schande, worin ich ver-worfen war vor deinen Augen. Denn was war die-sen schandlicher, denn ich, da sie mit Mißfallen aufmich schauten, weil ich durch unzahlbare Lügen denErzieher betrog und den Lehrer und die Eltern, ausLiebe zum Spiel, aus Begier Gaukeleien zu sehn, undaus thörichtem Bestreben, sie nachzuahmen?