28 A. Augustinus Bekenntnisse.
stets schweigen? Und rettest du aus diesem ungeheu-ren Abgrunde die Seele, die dich sucht, und dürstetnach deinen Freuden, und deren Herz dir sagt: Ichhabe gesucht dein Angesicht; dein Angesicht, o Herr,will ich suchen? Denn weit von deinem Angesichthalt' ich gewandelt in dunkler Betäubung.
Denn nicht mit den Füßen und Räume durch-,wandernd geht man von dir, oder kömmt zurück zudir. Und jener dein jüngerer Sohn, schafft' er sichPferd' oder Wagen oder Schisse, und entfloh imFlug', oder reisete er mit wechselndem Fuße, damiter in fremdem.Lande lebend, vergeudete, was du demReisenden mitgabst? Ein liebreicher Vater da du mit-gabst, dem kehrenden Dürftigen noch liebreicher! —In üppiger Betäubung wandelt er! Denn das istin dunkler Betäubung, und das ist weit von deinemAngesichte. >.
Schau, Herr Gott, und mit Geduld, wie dustets schaust, wie achtsam der Menschen Kinder dasbefolgen, was einmal bei Lettern und Sylben vondenen angenommen ward, die ehedem redeten: undwas von dir auf ewig fürs ewige Heil angenommenist, vernachlässigen sie; so daß der, welcher die altenRegeln jener angenommenen Laute weiß und lehrt,wenn er gegen die Grammatik mit Auslassung des chMens sagte, mehr den Menschen mißfällt, als wenner gegen dein Gebot den Menschen haßt, da er dochselbst ein Mensch ist. Gerad' als ob man den ge-büßten Menschen schandlicher schätzte, als den Haß selbst,den man gegen ihn hat; oder als ob man durch Ver-