24 A. Augustinus Bekenntnisse.
sie ohne lästigen Drang, weil mich schon mein Herzdrängte, meine Gedanken kund zu geben, und weildies nicht möglich war, wenn ich nicht einige Wort'erlernte, nicht von Lehrenden sondern von Redenden,in deren Ohren ich hinwieder hineintönte, was ichfühlte,
So erhellt es deutlich, daß freie Wißbegier mehrKraft zum Erlernen geb', als furchtbarer Zwang. Aberden Strom jenes hemmt dieser durch deine Anordnung,o Gott, durch deine Anordnung von der Ruthe derLehrer bis zu den Versuchungen der Märtyrer! Durchdeine Anordnung mischt sich heilsame Bitterkeit ein,uns zurückrufend von der verderblichen Fröhlichkeit,worin wir von dir wichen.
Erhör', o Gott, meine Bitte, damit meine Seelenicht erlieg' unter deiner Zucht, und ich nicht ablassein Bekennung deiner Erbarmnisse, wodurch du michrettetest von allen meinen bösesten Wegen, auf daß dumir süß werdest von allen Verführungen, denen ichfolgte, und ich dich inniglich lieb', und deine Handumfasse aus ganzem meinen Herzen, und sie mich be-wahre vor aller Versuchung bis zum Ende! Dennsiehe, Herr mein Fürst! dir diene, was ich als KnabeNützliches erlernte; dir diene, was ich red' und schreib'und les' und zähle. Als ich Eitles erlernte, züchtigtestdu mich, und die Sünden meiner Ergötzungen an die-sem Eiteln vergabst du mir. Denn ich lernte dadurchviele nützliche Worte: aber man kann sie auch in nicht-eiteln Dingen erlernen; und das ist der sichere Weg,den die Knaben wandeln sollten!