Erstes Buch. 19
schon warst du, mit welcher Bewegung und welchemGlauben ich die Taufe deines, meines Gottes undHerrn, Gesalbten heischte von der Frömmigkeit meinerMutter, und der Mutter unsrer Aller, deiner Kirche.Und eilig schon sorgte die Mutter meines Fleisches,(denn sehr lag mein ewiges Heil ihr am keuschen Her-zen), daß ich in die heilbringenden Geheimnisse einge-weiht, und durch sie abgewaschen würde, dich, HerrJesus, bekennend zur Nachlassung der Sünden: aberbald war ich hergestellt. Verschoben ward daher meineReinigung, gleichsam als wars nothwendig, mich nochzu besudeln, lebt' ich ferner; indem nach jener Abwa-schung größer und gefahrlicher die Schuld der Ver-brechen erscheinen würde.
So waren wir jetzt glaubig, ich, meine Mutterund das ganze Haus, nur der Vater nicht, der den-noch nicht die Kraft der mütterlichen Frömmigkeit da-hin schwachen konnte, daß ich so wenig an Christusglaubte, als er. Denn sie überzeugte mich, daß dumein Gott mehr mein Vater warst, als jener; unddu halfst ihr darin den Mann überwinden, dem sie,die bessere, gehorsam war, weil sie dadurch deinem Ge-bote gehorsam war.
Ich bitte dich, mein Gott, ich möchte wissen, wenn- du es. auch möchtest, ob zu meinem Besten damalsmeine Taufe aufgeschoben ward, und dadurch gleich-sam die Zügel der Sünde nachgelassen oder nicht nach-gelassen wurden? Weßhalb schallt es noch jetzt vonhier und von dort in unsere Ohren: Laßt ihn, er thue,was er will, denn er ist noch nicht getaust! Und doch