Druckschrift 
Bekenntnisse
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

18 A. Augustinus Bekenntnisse.

Sünde! Herr mein Gott, ich sündigte, handelnd ge-gen der Eltern Gebot und der Lehrer. Denn gutenGebrauch könnt' ich hernach von den Wissenschaftenmachen, deren Erlernung, aus welcher Absicht immer,die Mcinigen betrieben. Nicht aus Wahl des Bessernwar ich ungehorsam, sondern aus Neigung zum Spiel,aus Begier, der stolze Sieger im Wettstreit zu sein,und mit erdichteten Märchen meine Ohren zu kitzeln,auf daß sie desto lüsterner würden, so wie mit gleichgefahrlicher Neugier immer mehr und mehr meineAugen sich hefteten auf das Wesen und die SpieleÄlterer, wobei sie aber in solcher Würd' erscheinen,daß fast Alle ihren Kindern ein Gleiches wünschen:und dennoch leiden sie willig, daß ihre Kinder geschla-gen werden, wenn sie durch jenes Wesen abgehaltenwerden von den Wissenschaften, wodurch sie zu ahn-lichem Wesen emporkommen sollen. Siehe dies mitErbarmung an, o Herr! und befreie uns, die wir dichjetzt anrufen: auch die dich nicht anrufen, befreie, damitsie dich anrufen, und du sie befreien mögest.

Ein Knabe schon hatt' ich gehört von dem ewi-gen Leben, uns verheißen durch die Erniedrigung dei-nes, unsers Herrn und Gottes, Sohns, der zu unsermHochmut!) herabstieg; und bezeichnet ward ich mit demZeichen seines Kreuzes, und besprengt mit seinem Salze,schon von meiner Mutter Leib an, die stat auf dichvertraute.

Du sahst, Herr, wie ich einst, noch Knabe, ge-plagt und geangstet ward von Magenschmerzen, demTode nah. Du sahst, mein Gott, denn mein Hüter