2lZ A. Augustinus Bekenntnisse.
in Rücksicht auf des Körpers Heil sagen wir nicht:Laßt ihn, werd' er doch mehr verwundet, denn er istnoch nicht geheilt? Wie viel besser also, ich wäre so-gleich geheilt durch meinen und meiner Mutter Betrieb,auf daß das empfangene Heil meiner Seele sicherwar' unter deinem Schutze, den du mir verliehen hat-test! Wahrlich besser! Aber wie viele und welcheFluthen von Versuchungen drohten mir nach dem Kna-benalter! Sie kannte meine Mutter schon, und wolltelieber den Thon, woraus ich nachher gestaltet werdensollte, als das vollendete Bild ihnen überlassen.
Im Knabenalter selbst, wo man weniger für michfürchtete, als im Jünglingsalter, liebt' ich das Stu-diren nicht; ich hassete es, dazu gedrangt zu werden.Und doch ward ich gedrängt, und mir geschah wohl:aber ich that nicht wohl; denn ich lernte nicht, als ge-zwungen. Denn keiner thut unwillig wohl, obgleiches gut ist, was er thut. Auch die mich drängten,thaten nicht wohl: aber Mir geschah wohl durch dich,mein Gott/ Denn jene sahen auf keinen andern Nutzendessen, was sie mich zu lernen zwangen, als nur dieunersättliche Begier nach reicher Bedürftigkeit zu sät-tigen und nach schändlicher Ehre. Du aber, dem un-scrs Hauptes Haare gezählt sind, bedientest dich desJrrthums Aller, die mich zum lernen hielten, zu mei-nem Nutzen, und meines Jrrthums, der ich nicht ler-nen wollte, zu meiner Strafe: denn ich war der Strafenicht unwürdig, ein so kleiner Knabe und so großerSünder! So thatst du mir wohl durch Uebelthuende,und vergaltest mir Sünder, wie ichs verdiente. Denn