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Bekenntnisse
Entstehung
Seite
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Erstes Buch. II

Und siehe! meine Kindheit ist abgestorben, undich lebe. Du aber, o Herr, du lebst stets, und an dirstirbt nichts ab: und vor dem Anfange der Zeiten,und vor allem, was man vor nennen kann, warst du,und warst Gott, und der Herr Alles, was du erschufst;und in dir ruht die Ursache aller unsteten Ding', undaller wandelbaren Ding' Ursprung bleibt unwandelbar,und alles Vernunftlosen und Vergänglichen Quell bleibtewig. Sage mir, deinem Unterworfenen, o Gott, einErbarmender deinem Erbarmungbedürfenden, sage mir,ob einem schon abgestorbenen Alter meine Kindheitfolgte? Ist es jenes, was ich unter dem Herzen mei-ner Mutter verlebte? Denn auch hierüber hört' ichEiniges, und machte Bemerkungen von schwangernFrauen. Doch was vor dieser Zeit, o Gott, meineSüße! War ich irgendwo? irgend etwas? Denn ichhabe ja keinen, dcrs mir sagte: Vater und MutterVermochtens nicht, nicht die Erfahrung Anderer, nichtmein Gedachtniß. Verlachst du mich Fragenden, undbefiehlst du, daß ich dich lobe wegen jenes, was ichweiß, und mich dir bekenne?

Ich bekenne dir, Gott des Himmels und der Erde,dich lobend wegen meines Ursprungs und meiner Kind-heit, deren ich nicht gedenke. Du gabst dem Men-schen, von andern auf sich zu schließen, und aus denWorten der Weiber Vieles von sich für wahr anzu-nehmen. Denn auch damals war und lebt' ich, unddie Zeichen, womit ich meine Empfindungen Andernverkündete, lernt' ich am Ende meiner Kindheit.Woher solch ein Geschöpf, als von dir, Herr? Ist