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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
281-282
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Die Schleichen Unruhs.

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Testament 14, 7. 1694 mit der Anzeige ein, ihrMann sei 16. 4. gestorben, sie beantrage nunBelchnung ihrer 7 KinderH: I. Hans' z. I,kaiserl. Kapitän i. Regt. Prinz Ludwig vonBadeu, 2. Ivolff Heinrich, z. Z. Fähnrichi. Regt. Baron Mehem, 3. Hans Sigmund,4. Fridrich Wilhelm, 5. Anna Elisabeth,(die 1738 als Frau v. R e d e r n - Rauschen inGimmel bei Wvhlau Pate steht), 6. UrsulaHelene, 7. Anna Barbara Ulagdalene,und zwar Belehnung mit Wendstadt, Linden,Dittersbach und Pirschen.

Das Regt. Baden stand damals in Sieben-bürgen, Hauptmann Hans traf daher erst imFrühjahr in der Heimat ein und erhält 18. 3.1693 Belehnung, zugleich Vormund Kanitz fürdie beiden älteren Töchter, obwohl die Mutterauch 24. 11 1694 klar und deutlich geforderthatte, alle ihre Kinder zum Lchnrecht zuzulassen.Zu Glogau wurde das Testament 23. 3. 95eröffnet). 12. 3. 1696 wird sie nun dringendvorstellig, und erreicht was sie fordert. IhreSchreiben bilden an Klarheit und vornehmerSchlichtheit eine erquickende Gase unter demschwülstigen Schreiberwust damaliger Zeit. Trotzverhaltner Ruhe merkt man ihren zitternden Zornüber das saumselige Schreibervolk. Ts stürmte auchalles auf sie ein. Der Jüngste, der zu Balzernach Schmölln gebracht werden sollte, war nunauch 6. 3. 1695 begraben. 25 2. 98 mußte sieeinen Grenzstreit mit Heinrich Kottwitz-Dcnkwitzausfechten^). 7. 12. 1699 schloß sie selbst dieAugen und ward 7. 1. 1769 in Herrenlauersitzbeigesetzt.

Die Schicksale der anderen Kinder sind bereitserwähnt, aber der Stammhalter Dans MlilbelMerfordert längeres verweilen. Schon 1694 vomLtut. zum Kapitän ernannt, wurde er 1792Gbristwachtmeister und stand mit seinem Regimentin der von den Kaiserlichen besetzten Vberpfalz.Ilm diese Zeit heiratete er die Witwe Fr ei invon Hinderer, die einen Sohn Franz und eineTochter Marie Sidonia hatte. Im Sommer zählteer zur Garnison von Neubreisach, die 8. 9. 1793gegen freien Abzug vor den Franzosen kapitulierte,was die kriegsrechtliche Untersuchung unberechtigtfand. Hans Wilhelm war aber nicht derverantwortliche Kommandierende, indes versetzteman ihn einige Zeitohne Unehre" in denRuhestand. Jetzt wurde ihm ein Sohn LarlAolek Deinricb zu Rothenburg am Neckargeboren. 1794 stand er wieder als Gbrist-wachtmeister abwechselnd in Bregcnz, Lindau undKonstanz am Bodensee und wurde 1795 imRegiment Gbristlieutenant. Im April 1799Kommandant von Rheinfelden geworden, be-antragte er nach damaligem Brauch selbst beimHofkriegsrat in Wien Verleihung des Rangesund Gehalts als Gberst, was Prinz Karl Philippvon Pfalz-Neuburg'tz u^d> die Markgräfin-Witwevon Baden besonders befürworteten. 27. 11. 1799

-1 A. Brsl. Wohl. III. IZ <-. 121.-> Ebenda Gloji. III. 15 u. 152.-> Ebenda Wohl. III. 1Z c. 172.ff Geh. Hof-KriegSkanzlei Wien.

beschloß der Hofkriegsrat eine Zusage, die dannauch 27. 3. 1719 erfüllt wurde. Das Regimentbefand sich um diese Zeit in St. Gilain undMöns in den Niederlanden. Inzwischen warihm in Freiburg im Brcisgau 1799 eine TochterAntonie Cbarlotte /IKarle Anns (im Tauf-schein Illnruob genannt) geboren, die Mutteraber kurz darauf gestorben. Schon um Neujahr1711 heiratete Hans Wilhelm Frl. DstbsrinsSidonis v. Schau ndorf, eine Niederländerin,von der 14. 9. 1711 ebenfalls in Freiburg i. B.Aobsnn Zfcrdlnsnd zfrsnz Tsver Anruob

geboren wurde. Vater und Sohn sind imKi r chbuch T,. 1Z., d. i. libsr Lsronns Freiherrgenannt. Paten waren General Ferdinand Harsch,Ferdinand Freiherr Sickingen und seine FrauMarie Elisabeth Sidonie, geb. Gräfin Paxpenheimu. a. m.

Der Vater stand damals vorübergehend inFurtwangen, sein Regiment marschierte aber imApril 1712 in die Niederlande und bezog Winter-quartiere in Brüssel. Schon 1713 stand dasRegiment wieder in Koblenz, zog 1714 wiedernach den Niederlanden hinunter und von da anblieb der Regimentsstab, also auch HansWilhelm, in Luxemburg. Dort wurde er imJanuar 1724 General-Feldwachtmeister mit Patentvom 1. 19. 1723. Diese Ernennung sollte jedoch,wohl um nicht Neid wachzurufen, nicht ver-öffentlicht werden und Hans Wilhelm hatre seinenDienst als Gberst und Regimentskommandeurfortzuführen. In Luxemburg machte er sich umdie Befestigungsanlagen sehr verdient, die nochbis 1867 bestanden haben. Dort starb er 7.12.1728.Im Nachlaß befand sich u. a. das mit 6 Diamantenbesetzte Grdenskreuz cko Is Linosrits. SeineKinder gingen nach Wien und Ungarn zu derdorthin verheirateten Stiefschwester, die zuerst denHofrat v. Dierling, dann den Feldmarschall GrafAvenberg-Traun, kommandierenden General inSiebenbürgen heiratete. Wahrscheinlich aufseinen Antrag wurde Hans Wilhelm 14.1.1719in gnädigster Betrachtung seines uhralt Ritter-lichen Geschlechts wie auch in Erkeudtuuß der vonseinen Voreltern und Ihnen selbsten geleistetentreu gehorsambsten Dienste sambt allen seinenEhelichen Leibeserben und derenselben ErbeserbenMann und Weiblich? geschlechts in den AltenHerrcnstand des Erb Königreichs Böheimb unddessen incorporirten Landen gnädigst gesichert^),gewürdigt und erhoben, Ihnen auch dasPrädikat Wohlgeboren nebst Bestätigungseines vorigen Wappens in Gnaden ver-willigt" usw. Dann folgt die genauere Wappen-beschreibuug, die wir bereits im Abschnitt IIgegeben haben. Als Unterlage für sein Gesuch,als Freiherr anerkannt zu werden, hatte er sichin Wohlan 16. 11. 1797 als Gberst undKonimandant zu Dendremonde sein Wappennebst Stammbaum amtlich (!) beglaubigen lassen").

Wie es nun auf den Gütern während derdauernden Abwesenheit des Herrn hergegangen

-> Adcls-Archiv Wien u. A. Brsl. L. I, XII.-1 A. Brsl. Wohl. III 13 a los.