Abschnitt I.
Ursprung und (VerKreiiung, (Namen und Mappen
der Unrugßer.
Die Aufgabe, alles vorzuführen, was sich vonTrägern des Namens hat auffinden lassen, rücktdie Frage nach dem Zusammenhang der einzelnenetwas zurück und zwingt, wo er sich nicht vonselbst ergibt, zur Beschränkung auf zcitfolgendeLinzelangabcn. von den in bescheidener StilleDahinlebenden erlangen wir höchstens zufälligbeiläufig Kenntnis. Mußten sich aber Thebesius,Spangenberg, Sinapius, Grosser, Buceliuo,Spcner, Polius, Zedier, Lucä, Schickfuß, Magnus,Henel, Räthel und wie diese treusieißigcn Forschersonst alle heißen, damit begnügen, ihre Angabenmit dem tZ. Jahrhundert zu beginnen, so reichennun die älteren Urkunden, die inzwischen erschlossensind, bis ins t2. zurück, nur ganz vereinzeltdarüber hinaus. Jedem bleibt also die Willkür,wieweit er an Zusammenhang der Linzeldatenjener ältesten Zeiten glauben will.
Die Frage dos Ursprungs kann um so wenigerklar und endgültig beantwortet werden, als schonEnde des 8. Jahrhunderts viele Träger desNamens auftreten, alle ,iu den Landen des altenFrankens. Was die Überlieferung unter der„HeimatElsaß"versteht —(gewiß nicht geographischdas heutige) — kann zweifelhaft sein, denn auchdie erst t?sz in der Revolution zu Frankreich ge-rafften deutschen Gebiete in der burgnndischenFrcigrafschast (Franche eomts), zu denen die süd-deutschen Landesherrn nur durch Elsaß gelangten,mögen damals unter diesem Gesamtnamcn be-zeichnet sein. Aber Dnrlcb (Heinrich) der zuerst?7ö genannte Vater des ersten Anruocb (vgl.Abschn. II) war in Straßburg i. E. geboren, einso bedeutender Mann, daß von ihm viel sichereNachrichten vorliegen. Er scheint mit Königsdipins Bruder Bernhard zusammen zu hängen,der aus de» Kämpfen am Harz, der damaligenGstgrenze des Reichs, sich eine Sachsenedle —
Die Uurugyer.
„Die den echicn Ursprung hoher und edler Geschlechtererkunden, müssen Noch halben sich vielmals mit vcr-mnthlichen Conjecturen und scharff-m Nachdenken be-
hclfen "
(Chriaci SPangenbcrg Henncbergsche Chrouika).
Fürstentochter, wie die alten Chronisten erzählen —heimbrachte. Gb er sie raubte, ob das jungeEdelweib schon einen (blonden?) Sohn mitbrachte,wer mag das noch ergründen? Nur darin sindalle bisherigen Forscher einig, daß die erstenIlnruochs eine dem Karolinger Hofe außer-ordentlich nahe, nur durch Verwandtschaft erklär-liche Stellung einnahmen. Dank dieser habendie Forscher schon vor Jahrhunderten darübervereinzeltes aufgezeichnet, das sich von selbstzusammenfügt und ergibt, daß dieser Lnrich, denKarl der Große 776 zum Markgras von Friaulmachte, ebenso wie (seine Stiefbrüder?) Walah,Hunfrid und Ludolf, Söhne Bernhards, zurKarolinger Sippe gehörte. Sein Sohn undNachfolger Graf Ililirocb oder Ilnruoch f 827hinterließ 2 Söhne: Berengar, Gras vonGothien, Herzog von Septimauien, seit 825 Grafvon Briaude (Auvergne), dessen Sohn Albgar8s? nach Dalmatien ging, und den schon in derEinleitung genannten Eberhard Ünrohc, dermit Ludwig des Frommen Tochter Gisela8 Kinder hatte. Dessen ältester Sohn Unroch,Graf von Friaul, hatte nur eine Tochter. Des2. Sohnes Adalhard Nachkommen werden nochim lt> Jahrhundert in Flandern genannt, diedes Z. Rudolf verbreiten und verlieren sich inlvbersrankcn und Gberpfalz, die des H. Berengarim östlichen Europa, von diesen scheinen die„altschlesischen" (vgl. Abschn. XX), von denenRudolfs die U's in Gberfranken, Gberpfalz undböhmischem Egerland, Hessen, Nürnberg undThüringen zu stammen (vgl. Abschn. III).
In der Ezechiel'schen Sammlung^) aus deints. Jahrhundert lautet eine Notiz: „Das uhralteGeschlecht der Edlen v. Unruh ist fast in die
Hochberg'schc MajoratSbibl. Jürstenstcin.