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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
283-284
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Die Schleichen Unruhs.

sein mag, besonders seit dem Tode der Nutter,ist nicht vermerkt, aber in den letzten 15 Jahrenbis zur Mündigkeit des ältesten Sohnes EarlJosef Heinrich war Melchior Weiß eintreuer Verwalter gewesen. Das geht aus denVerzeichnissen, die er gewissenhaft geführt, hervor.Am Schlüsse des einen bemerkt er, daß er 13große Jüchen mit Flaum- und Schlissfederngesammelt und in der kleinen Stube verwahrthabe. Am 7. 1V. 1729 verfügte das Gerichtdie Entfiegelung des Nachlasses, am 5. 12. 1739wurde alles demFreiherrn Earl und demFräulein Tochter vorgelegt. 19. 6. 1739 hatteEarl gehuldigt und übernahm nun lvendstadt,während der Soldat bleibende jüngere JohannFerdinand Franz Xaver den Lid19. 12. 1732 als Mitbelehntcr für lvendstadtleistete. Die Entlastung der Vormünder warschon 8 Tage vorher erfolgt. Bereits 14. 7. 1733schloß Ferdinand den Ehevertrag mit FreiinIllrlula Marie Henriette Vbilippine Kott -witz-Denkwitz, Trauung fand in der Bres-lauer Domkirche 11. 4. 1736 statt, er kümmertesich aber wenig um seine Frau, die bei denEltern blieb, während er im Rgt. Brown baldhier bald dorthin marschierte. Nur forderte erregelmäßige Zusendung des lvendstadter Geld-ertrages, ohne den Bedarf der Frau daheim zuberücksichtigen. Diese sperrte ihm daher zumeigenen Unterhalt die Gutsrente. Da fand ereinmal den lveg in die Heimat wieder und traf21. 4. 1738 in Glogan mit seiner Frau ein neuesAbkommens über die beiderseitigen Beziige.Es scheint, daß er dann nie wieder zurückkehrte.Der von ihm 6. 7. 1749 bevollmächtigte AdvokatBertram besorgte fortan seine heimatlichen Ange-legenheiten. Seine Gattin wurde 14. 9. 1738Sternkreuz Grdensdame, sie war also katholisch^).

1727 war Ferdinand als Fähnrich unterFeldzeugmeistcr Graf Wallis eingetreten undstand in Elsen (Budapest) bis 1748 wechselndauch in Siebenbürgen und Ungarn. 1733 Haupt-mann, 1741 Elbristwachtmeister im Rgt. Browngeworden stand er 1742 im Feldlager vor Pragund wurde Ende 1742 Platzmajor in Passau.Januar 1743 kam er nach Salzburg auf Kordongegen Bayern, wurde Novbr. 1744 mit seinemBataillon in Freiburg i. B. von den Franzosengefangen und in Beiancon, also der Familien-Stammheimat, interniert. 1745 zum Gberstltnt.befördert und aus der Gefangenschaft entlassen,führte ihn eine Heuthaus'sche Erbschaftsange-legenheit April 1746 nach Berlin. 1748 erbater Beförderung und wurde 9. 12. 1748 Elberstund Kommandeur, 39. 11. 1756 Generalmajorund zum Generalstabe versetzt. In dieserStellung blieb er bei Feldmarschall Daun inBöhmen und wirkte so im 7j. Kriege bei derLerennung Breslaus, unter Laudon auch beider Einnahme von Kosel wesentlich mit.21. 3. 1769 wurde er General Feld Mar-schall Lieutenants. Seit 13.7. 1752war

!) A. Bröl. Person.2) Geneal. histor. Nachrichten.

er schon Kaiserl. Kammerherr geworden. ImWinter 1762 3 kommandierte er vertretungsweisedas Korps des Feldzengmcister Laudon. 8. 3.1763wurde er beurlaubt und ihm anbefohlen H, sichin den K. K. Erblanden einen Ausenthalt zuwählen. Er wählte Neusiedel am See inUngarn, lebte dort bis 1773 im Stande derreservirten Generäle", ging 1776 in Pension undstarb 8. 12. 1777 in Neusiedel oder in Wien. Ertestierte ein Paar Pistolen dem in Pension lebendenBaron Anton U., seinem Neffen. SeineSchwester Antonie heiratete Hans Karl Ferd.Leop. Kreckwitz auf Lanken und Elckerwitzund starb 39. 6. 1746. Noch 19. 2. 46 hattesie Patenstelle bei einem Elairon d'Haussonvillein Elb. Gläsersdorf bei Lüben vertreten.

Sein älterer Bruder Earl Josef Heinrich,der es im Regiment seines Vaters noch bis zumHauptmann brachte und bis 1741 auch aufWerbekommandos tätig war, hatte MariaTberelia v. Böltz in Siebenbürgen geheiratet,die aber 1738 ohne Kinder in Hermannstadtstarb und ihn testamentarisch zum Universalerbeneinsetzte. 22 5.1742 heiratete er Maria AnnaFrldrlke Freiin v. Gillern, die bei ihren«Tode 1753 einen zu Schabenau bei lvendstadt7. 5.1744 geb. Sohn Johann Anton AndreasEarl Fridrich Josef hinterließ.

Die Brüder Earl und Ferdinand hatten2. 3. 1748 einen Erbvergleich geschlossen, wonachEarl für 24999 st. rhein. Ferdinands An-sprüche an Wendstadt erwarb. 12 1. 1755 zahlteer den Erben seiner nun verstorbenen SchwesterKreckwitz die Abfindungen aus und ist balddarauf gestorben. Für den Sohn Anton hatteer 28. 9. 1753 aus Wendstadt dessen Muttererdeeintragen lassen. Vormünder wurden Josef Frhr.v. Gillern und Anton Kreckwitz.

Das Gut Linden hatte bereits HansWilhelm zusammen mit seinem bald daraufhinscheidenden Bruder Hans Sigmund, dener zur Erledigung 19. 2. 1799 bevollmächtigte,an den Dittersbacher Vetter Sigmund Adrian12. 4. 1791 für 27 999 Thlr. verkauft. Denverkauf zeichneten mit der jüngere Ehrist ofGottfried-Dittersbach, die Mutter AnnaHelene geb. Schlichting, damals schon aufkehsewitz, und Heinr. Ehristian-Heidersdorf.In Wendstadt wohnte nach des Frhr. EarlTode kein U. mehr.

Als der junge Anton mündig geworden,blieb er auf Schabenau und heiratete MarieAntonie Jacobine Klobuczinska, imKirchbuchKlopschinskin aus Eysemohl" ge-nannt. Wirtschaftlich ungewandt verkaufte er2. 9. 1784 lvendstadt an seinen mit einerSchwester seiner Frau verheirateten SchwagerRetz für 17999 Thlr., mußte auch Schabenauden Gläubigern zur Verwaltung überlassen undzog nach Pöllwitz, wo er 4. 6. 1795 f.

Retz, der keine Kinder hatte, verkaufte Wend-stadt weiter an den Neffen, ältesten 19. 11. 1767geb. Carl Aolel Ferdinand L-eopold m.

tz Geh. Hof-KrieiManzlct Wien.