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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
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Abschnitt X.

Die Kchtesischen Anruhs.

s. Der atkschkesische Skainm.

Aus SinapiusH hat Kneschke die Nachricht,der polnischen Ehronik des Jan Dlugosch ent-stammend, übernommen, daß der PolenkönigBoleslaus 1199 einen U. an den deutschen KaiserHeinrich entsandte. Sonst ist von dieser Sendungfast nichts bekannt. Vielleicht liegt sogar eineVerwechslung mit einem Vorgang 1099 vor.Geschichtlich steht nnr fest, daß Boleslaus Throbry1999 eine pomphafte Gesandtschaft an KönigHeinrich II. nach Merseburg abordnete, die denPolen die Weiterherrschaft über Böhmen unddie Lausitz, seinem Sohne Miesko die Hand vonHeinrichs Tochter eintrug. 1199 könnte nnrrichtig sein, wenn man es eine Gesandtschastnennen will, daß die 1199 von Heinrich V. be-lagerten, fest zu ihrem König Boleslaus III.haltenden Glogauer eine Abordnung an Heinrichhinausschickten, 3 Tage Waffenruhe zu erbitten.Wenn dann Entsatz von Boleslaus nicht erschienensei, sollte die feste Stadt übergeben werden. Dafürblieben die Abgesandten Geiseln in HeinrichsHand. Heimlich senden die Glogauer an Boles-laus Eilboten um Hilfe, bessern ihre Wälle ausund denken wortbrüchig nicht mehr an Übergabe.Dem neuen Ansturm läßt Heinrich die Geiselnvoranstellen. Die Glogauer machen diese Ihrigennieder, aber die Stadt ist nahe daran, zu lallen.Da wird Herzog Svantopult nachts im Zelte vongedungener Meuchlerhand ermordet, seine Böhmenwerden darob unsicher und ziehen ab, Heinrichmuß die Belagerung aufgeben und wird bisBreslau hart verfolgt. Möglich, daß ein GlogauerU. zu den als Heldenmärtyrern geopferten Geiselngehörte und deshalb ruhmvolles Gedenken fand,ebenso, daß ein 11. 1999 an Heinrich II. mit-gesandt war, dessen Großmutter die Hatwig lt.,Tochter Eberhard U.'s war.

Bei König Gttokar wird 1223 u. 26 IlzgnnosVnrrv^) als einer genannt, der sich durch be-

ll Echtes. Curios. S. I0ll.ll Schilp Preuß. Chron S. lieg.

sonders kühne Tapferkeit, namentlich in denKämpfen gegen die heidnischen Preußen 1233hervortat. Vielleicht ist er der Stammvater derGlogau-Lübener U.'s, gleichviel ob er schon ausdortiger Gegend stammte oder mit Bitokar ausdem böhmischen Lgerlande nach (Osten gezogen,dann dort seßhaft geworden war.

Papst Hadrian IV. hatte durch die Bullevom 23. 4. 1133 die Abgrenzung der BistümerPrag, Breslau und Gnesen bestimmt. PapstInnozenz IV. setzt in der Bulle aus Lyon vom9. 8. 1243 diese Grenzen noch genauer fest undscheidet mit Namen die Grenzortschaftcn, darunterUnorovici". Die Deutung, dies sei das imspäteren Mittelalter (Ocrcssici, heute UnchristeiV)genannte Dorf 17 Klm. ssö. Breslau scheintviel gezwungener, als die einfache ÜbersetzungUnruhdörfcr. vgl. die Schreibweise Uneruh!Denn daß damals schon Gruppen von U.'s inder Breslauer Diözese angesessen waren, besagtauch das (sog. Abschatz'sche) schlesische Bardenlicd,nach dem in der Mongolenschlacht 4. 3. 1241auf der Hochebene vor (Oppeln etliche U.'s mit-kämpften. In diesem Zusammenhange wäreauch, ohne alle Deutelungsversuche, aber unterHinweis auf das Löwenwappen des ZlZerndlirdLyske, der Ünarch al. Unhrach zu erwähnen,der 1277 auf Lyschowe später (Onarkwitz,dann (Onerkwitz Kr. Neumarkt genanntsitzend, seine Tochter Alka einem Lessotho vonBarchewitz (Lesset-Lest!) gab. 1279 wird dieserUnharch, Bruder des Jesko von Waldenburgs)genannt, 11. 1. 1312 Vnarcus de W. von KönigJohann von Böhmen zum Hauptmann vonDöbeln^) ernannt. Daraus entwickeln sich un-verstandene FormenAnarg" undAnarch",die später ganz abgeworfen und um 1449 durchdie von ihren Sitzen entnommenen NamenWaldenburg, Schönburg und Wolckenstein ersetztwerden. Ein Lehrbeispiel der flüssigen Namens-bildung bis in späte Zeiten!

ll Stünzel Gesch. d. Bist. Brest. S. 7.ll Emler Rügest. Bohem. Morab. IV Prag lögo.°) Ebenda III S. -5.

ll Krebsig Beitr. z. Hist. d. Sachs. Lande AltenburgI7S1. S. 24-L5.