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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
279-280
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Die Schleichen Unruhs.

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Hans Sigmund bezeugt in Wohlau 3. 11.71 einen vergleich zwischen Hocke und LüttwitzH,23. 11. 71 verpfändet er Ivendstadt den Glog.Iiiansionaren Beat. virg. für 200 Thlr. Dar-lehens 1V. 3. 76 huldigt er nochmals für Ivend-stadt^). Die Herrinnen von pirschen wurden vomProbst Leonhard Frommhold in bösen Streitüber Patronatslasten verwickelt, die sie nicht an-erkannten. Täglich 6 Gr. Exekution wurde fest-gesetzt, erst 1676 ging der Streit zu EndeH.Daneben hatten die Stößels Mitbelchnung mitPirschen, aber auch den andern Gütern be-ansprucht. Schließlich nahm Christian Stößel2666 Thlr. Abstand. Das Amt wollte sie alszum Lehnstamm gehörig ihm wieder abjagen,doch ohne Erfolg. 16. 1. 71 ließen die Damenihr Eigentum nochmals ausdrücklich feststellenund die Brüder erkannten 16. 2. 71 an, nurmitbelehnt zu sein. Schließlich verkauften dieDamen einen Teil von Pirschen 21. 7. 1689 aneinen Jetschwitz^), den andern an Hans BaltzerAbschatz, behielten sich aber, da er kinderlos war,Lehnrechte vor. Dabei zeigt sich, daß FräuleinLuphrosyne Gattin des Hans SigmundPannewitz geworden ist^). Ivenn es buchstäblichzu nehmen wäre, daß sie hierSchwester" derandern Töchter von Hans und Luphrosyne unddaß PannewitzSchwager" von Hans Sigmundgenannt wird, so wäre Eva Bruck-Rhendorfnicht Schwiegertochter, sondern 2. Gattin desim September 1662 verwitweten und Febr. 1664gestorbenen Hans gewesen. Möglich, doch nichtwahrscheinlich.

Aber hierbei ist Mitverkäuferin von Pirschendes Hans S i g m u n d - Ivendstadt Tochter:Ursula Helene U. Gattin des ValentinLeonh. Stößel-Bartsch.

lvir verfolgen nun, die Linie Dittersbach-Krummlinde von Christof Gottfrid einst-weilen zurücklassend, an Hand der WendstadterStammtafeln und der bisher gefundenen Ur-kunden, die von Hans Sigmund ausgehendeStammlinie

Mendstadt-Hinden:

Dans Sigmund kaufte 13. 12. 1678, wobeiChristof Gottfried Zeuge ist, Linden sür15666 Thlr. von seinem Schwiegervater Frdr.Schlichting?), und huldigt dafür 16. 2. 79. Dieswar aber nur ein Teil von Linden, den andernpachtet H. Sgmd. 26. 5. 84 von den Gebr.Nibelschütz-Stumbergk). 12. 6. 87 nimmt er mits. Frau 666 Thlr. auf Linden aup). 9. 2. 88kommt er als Vormund der Schwestern Nibelschiitzvor und ist 12. 3. 88 Kommissar im Kunzen-dorfer Grenzstreit.

l) A. Brsl. Wohl. III. is ». SSI.") Ebenda I? a, ?i.

2 Ebenda lg d. z-li.

N Ebenda O. A. Pirschen.6 Ebenda.

°i A. Brsl. Glog. III. iL n. SS.6 A. Brsl. O. A. Linden.2? Ebenda.

») A. Brsl. Glog. III. 21 d. 102.

Seine Ehe war mit 16 Rindern gesegnetH:

1. Dans Milbelm, der Stammhalter gb.21. 6. 1668,

2. Anna Elisabeth gb. 4. 16. 69, heiratetein Löwenberg 26. 11. 98 Georg Frdr. Eicke-Wcnig-Rackwitz,

3. Christof Fridrich gb. 8. 5. 71, f um 1694.

4. Ursula Helene gb. 12. 16. 73, heiratete

I.) 1689 val. Leonh. Stößel-Bartsch und 2.) 1698Rapt. Georg Asman Loss und starb 1732.

3. Ivolff Heinrich gb. 7. 1. 73, starb alsLtnt. im kais. Rgt. Stahn 1766, in Herrenlauersitz23. 11. beigesetzt,

6. Hans Sigmund gb.26.7.76, in Herren-lauersitz 6. 4. 1762 begraben,

7. Baltasar Christian gb. 1. 6. 78, -st4 Mon. alt, begraben in Schabenau,

8. Anna Margarethe gb. 86, f jung.

9. Fridrich Wilhelm gb. 19. 3. 84, be-graben 6. 3. 95.

16. Anna Barbara Magdalene gb. 16.6. 86, wurde Georg Adam Eickes auf Buchwaldund Bremenhain Gattin und als Witwe 9. 7.1752 begraben^). Sie entlastete 1764 ihren Vor-mund Melch. Frdr. Ranitz. 1715 quittiert ihrMann dem Schwager Vberst Hans dieAbstattung.

Die starke Familie, Erweitung und Verbesserungdes Besitzes hatten Hans Sigmund dahingebracht, von Philipp Lazarus Hirschel in Breslau7666 Thlr. aufzunehmen. Kurz vor seinem Todemußte er sich noch verpflichten, vor gänzlicherTilgung keine Schulden auf Linden einzutragen.Er starb darüber und noch 1726 hatte sein NeffeSigmund Adrian, der Linden übernahm,schwere Sorgen davon.

Hans Sigmund, von Lucä einqualifizierterGelehrte und in vielen Landesangelegenheitengebrauchter Kavalier" genannt, setzte zu Weng-stadt 27. 3. 1694 sein Testament auf, das fastgar keine Vermögens- und Nachlaß-Verfügung,auch nicht die Namen aller Erben enthält,sondern nach frommen Gemütsergüssen bestimmter sein Begräbnis in Schabenau, auch die Liederund den Predigttext dazu. Aber dabei muß einkonfessionelles Bedenken gewesen sein, denn ersagt:Sollte sich aber hierinnen ein verhindern»?finden, so sol nichtsdestoweniger der abgeseeleteCörper unter singen und Leuthen in sein RuheCämmerlein getragen werden." Dann will ereinzig allein einen Leichenstein mit den vierHauptwapfen und der gewönlichen Überschriftentweder auf das Grab gelegt oder allernächstdabey in die Mauer eingesetzet wissen." Denunmündigen Kindern setzt er Hans BalthasarLatowsky-lvirchland und Melchior Fridrich Canitz-Rattschütz zu Vormündern, aber sein Jüngstersolle zu Balthasar U. nach Schmölln fd. i.der jüngere Bruder des Jüllichauer LandratsChristof 11.-Schmölln) zur Erziehung gebrachtwerden. Testamentszeugen: Christof Gottfried

II. und Ernst Heinrich Kottwitz. WitweUrsula Elisabeth geb. Schlichting reicht das

-) Kirchbuch Wendsiadt.2) A. Mrstenstein. Grabrede.