Abschnitt VIII.
I
Die Medertausther Anruchs.
Zur Erläuterung dieses und der folgendenAbschnitte diene folgende flüchtige Skizze dergeschichtlichen Lntwickelnng.
Der Südrand der großen norddeutschen Tief-ebene bildete in der Völkerwanderung die Bahnfür die sich von Gsten her drängenden Lygier,tZZuaden und Sueven, die nach Verdrängung derGothen um soo teilweise zurückfluteten undein neues Lygierreich bildeten, das östlich beiLekno undKozielsko im heutigen Kreis Wongrowitzseinen Abschluß gefunden haben soll. Westlichbrandete die Bewegung weiter und kam nachdem Magyaren Einfall von 92-t erst zu einigerRuhe, als Heinrich!, der Vogler, Sohn desSachsenherzogs Gtto und Hedwigs, der TochterEberhard Ünruochs und der Kaisertochter Gisela,Gero von Merseburg, den Sohn Markgraf Gerosvon Magdeburg, gZt zum Markgrafen der Lausitzbestellte. Es ist nichts gewagtes in der An-nahme, daß mit Heinrich auch verwandte seinerMutter gekämpft und Berücksichtigung erfahrenhaben, daß also hier das Eindringen der Ü.'sin die Niederlausitz als des Vorlandes vonNiederschlesien stattfand. Inzwischen hatte sichaber aus dem Lygier- das Piastische Polenreichentwickelt und Mittel- wie Bberschlesien ge-wonnen. Die unausbleiblichen Reibungen führtenzu Gttos des Großen Zug nach Gnesen und,als dieser Sohn Heinrich des Voglers 97z starb,zu weiteren Polenkämpfen unter seinem EnkelGtto II. und Urenkel tvtto III., der ^ovt aber-mals nach Gnesen zog, wo 99? Bischof Adalbertermordet war. ^009 schickte der PolenkönigBoleslaus Lhrobry nicht nur Abgesandte anKaiser Heinrich II. nach Merseburg und dannseinen Sohn Miesko mit Geschenken, sondern erkam, nachdem Heinrich ihm edle Geiseln sürsicheres Geleit gestellt, selbst nach Merseburgs)und am Pfingstfest wurde vereinbart, daß Boles-laus die Lausitz behalten sollte, als Lehen wieder Kaiser, zu eigen, wie Boleslaus es auffaßte.Daher neue Kämpfe mit dem inzwischen bis zurWarthe und mittleren Gder vorgedrungenenPolenreich. Abermals ein Boleslaus (III.) undein Heinrich (V.) kämpften tto? um Glogau. Nach
9 Chron. Dlugosz II. H. P. 129. s.
Dlugosz soll Boleslaus III. NM nach Bamberggekommen und Gatte von Heinrichs SchwesterAdelheid geworden sein. Jedenfalls verfügteHeinrich wieder über die Lausitz, wo er denMarkgrafen Thimon tN2 einsetzte. Aber be-reits t225 besteht die deutsche Herrschaft über dieLausitz durch Markgraf Heinrich von Meißen undder Gstmark (Landsberg a. W.), der zugleichLandgraf von Thüringen und Palatin von Sachsenwar, nur dem Namen nach, dann beginnt dasböhmische Übergewicht.
Inzwischen war tI6Z auch die TrennungSchlesiens von Polen und die Scheidung derPiastischen Herzogtümer in Schlesien vor sichgegangen, die nun einzeln als Ziel begehrlicherNachbarn dienten, darunter der Brandenburger.t2ZS hatten die Böhmen sogar Köpenik undMittenwalde besetzt, bis I2-N dauerten dieseKämpfe um das Bestehen eines selbständigenBrandenburger Gebiets. t29H war WaldemarPfandherr von Sagau. Der Keim der Zukunftwurde gerettet, aber t22S wurde das SaganerFürstentum wieder eingelöst. Indes hatten dieBrandenburger Markgrafen Johann Gtto undTonrad t27S mit Billigung des Kammer BischofsHerrmann das Land Lippehne gekauft und damitden ersten Schritt in die Neumark getan. Krassen,das wie das Schwiebußer Land zum FürstentumSagan gehörte, war als Pfandbesitz t272—^290von einer Hand in die andere gegangen. Erstunter Primislaw II., der zugleich Herzog vonGlogau und von Fraustadt war, trat 22 JahrRuhe bis tZZt ein und noch mehr unter Hein-rich dem Eisernen von t2ZZ—tZSg. Dann folgtent t Jahr gemeinsamer Regierung seiner sämtlichHeinrich heißenden Z Söhne, deren letzter (»395 -f)dem Wüterich Hans Platz machte. Wüste Kämpfezerrissen das Land. Daun wieder ein Hans — derGrimme. Er ließ seinen überwundenen BruderBaltzer zu Priebus tH70 im Turm verhungern.
Mittlerweile war Burggraf Fridrich vonNürnberg für ^soooo ungar. Dukaten tHIS inden Pfandbesitz der Mark gekommen, die ^l7in erblich Lehn verwandelt und ^^2 vmiideutschen König Fridrich neu verliehen wurde,beidemal mit Bewilligung des Erzbischofs vonMainz. Nun war Heinrich XI. in Sagan Herr