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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
265-266
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Die Schleichen Unruhs.

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erdenBruder2.4.74. alsonachdessen Kodizillabgefunden habe. Zum Kurator des noch immerausländischen" Sohnes Hans Christian wirdG. Sgmd. Burgh, gen. Ratzbor bestimmt. Späterergibt sich, daß die Töchter von Heinrichs 1. FrauAnna Margarethe Koschlig stammten.

Die Nachricht vom Tode des Vaters erreichteden Sohn so spät, daß er erst im Sommer 1676heimkehrte. Den amtlichen Vorwürfen, daß ertrotz aller ^.vocutorlsn (öffentliche Heimrufungim Auslande weilender Staatsangehörigen) fern-geblieben, hält er entgegen, seit vielen Iahrenhabe er deutschen Boden nicht mehr betreten,im französischen Kriegsdienst gestanden, wo na-mentlich die Deutschen auf Schritt und Trittüberwacht würden und von keinem Aufruf etwasgehört, 5. 8. 76 erklärt er dem Amt, er könnesich noch nicht entscheiden, ob er das Gut an-nehme. Schwager Mutschelnitz hatte nämlichetwas aufgeräumt und das meiste Inventar,Möbel usw. zu sich genommen. Endlich 5. 7.77 sind sie einig, Mutschelnitz nimmt 1866 Thl.Abstand. Der schlechte Anfang hatte HansChristian gereizt, infolge heftigen Auftrittesmit dem Amtshauptmann Wallis wird er ein-gesperrt, befreit sich aber halb durch Zahlung.Dabei hatte er Muße zum Rechnen. Ein Finanz-plan, wie er die Ueberschulduug des Gutes durchdie Abfindungen tilgen will, zeigt ihn als tüch-tigen Geschäftsmann und es gelang ihm auch,in die Höhe zu kommen. Schwester AnnaMarjanne, nun verehel. Kutzner in Breslaumußte aber noch gegen Schwager Mutschelnitzum das Ihrige klagen. Bemerkenswert ist ihreSchreibweisegeb. v. Unruchin", währendHans Christians Frau sich später stetsUnruin oder Unruihn nur einmal Unruhenschreibt, nämlich in ihrem Testament vom25. 11. 1695:Ich Anna vnruhen gebohrnevon Pogrell . . . Sie brachte ihrem Manne28. 1. 1679 bei der Hochzeit 1566 Thlr., abernicht bar, und ihre 1766 Thlr. wertenParaphernalien (Ausstattung) mit. Der Eheentstammen Wrlula Ikatbarlna. tHdarie Tbar-lotte, Tbriltian Leopold geb. um 1685 undLarl Alexander geb. um 1687.

Ihr Vater Hans Christian scheint gleichder Mutter sehr lebhaft und nicht immer fried-lich gewesen zu sein. Mit dem Nachbar LrdmannWiedebach drüben im Gelsnischcn hatte er wegender Jagd einen Grenzstreit, in dein es schließlichum die Landesgrenze ging. Daher denn beideLänder hohe Kommissionen entsandten, Trachen-berg unter Hans Kottulinski-Eßdorf u. Sigurd.Köchwitz für Gels lt. Vollmacht aus Iuliusburg22. 9. 1638 von Anna Sophie verw. Herzoginzu Würtcmberg u. Teck, auch in Schlesien zurGlß, geborne Herzogin zu Mecklenburg, Fürstinzu Wenden, Schwerin u. Ratzeburg, Gräfin zuMontpelgard und Schwerin, Frau zu Heidenheim,Sternberg, Medzibor und der Lande Rostock undStargarth, Vormündern! und Regcntin." (!!!)H

6 A. Trchbg. A. IS. S.

Schon 2. 12. 77 wirkt Hans Christian zuWohlau im vergleich zwischen Helene Stößelgeb. Rechenberg, Witwe auf Tscheschcu u. Köt-schlitz mit ihrem Schwestersohne RittmeisterC h ristian-Gr.-Wilkawe mit über eine mütter-liche Geldforderung, die der ff- Vater Hans-Saltschütz und Graben an die ch Helene Recben-berg geb. Loss-Mengeln zu zahlen hatte.HChristian und Haus Christian erhalten je606 Thlr. Abstand. 13. 5 86 war H s.-Chrn.Testamentszeuge in Nieder-Gbernik bei HansWolfr. Bock-Polach. Er quittiert 7. 7. 83 demTob. Wilh. Haugwitz-Tscheschen 364 Thlr. 19Gr. Erbe vom Mutterbruder Sgmd. Lestwitz^).Zu Militsch 22. 5. 85 werden ihm endlich dievom Vater 1671 eingeklagten 468 Thlr. aufTschun-kawe von den Sack'schen Erben zugesprochen.^)Zuletzt 16. 7. 86 ist er in Dittersbach Zeugedes Verkaufs von Pakuswitz von Gust. Czetschwitzan Anna Kath. Löwenheim geb. Balk.H Erscheint bald darauf gestorben zu sein. Das inte-ressante Nachlaßvcrzeicbnis vom 15. 11. 1689führt fast dasselbe wie bei Heinrich vor, wenigHausgerät, nur 6 Zinnteller, 3 Tische, 4 Hand-und 12 Tellertücher, pz Dtz. Strümpfe, 6 kattuneHalstücher, aber viel schöne Waffen, gestickteGehenke dazu, mancherlei Staatsgewand, 1 elcnnhäuten Koller ohne Aermel, schwarzen Sammt-rock mit seidnen Knöpfen, 1 grauen holländ.Tuchrock mit silb. Litzen, grünweißen tlaft ge-füttert u. silberfadenen Knöpfen, 1 braun Tuch-rock, 1 braunTortzenelles Kamisol mit braunenKnöpfen u. silberfadenen Nonibrelle schamecirt",1 Paar rote Tuchhosen usw. Die Kosten derNachlaßanfuahme waren unglaublich hohe, jedeGattung Gegenstände wird als besonderer Aktzu je 3 Dukaten gerechnet, dazu noch allerleiNebenkosten und schließlich auch damals schonimmer ein besonderer Stempelbogen.

vielleicht zu spät entschloß sich AnnaDorotbee pogrell als Witwe, einen Hofmeisterins Haus zu nehmen. Als solcher wird MichaelWoltmannbei der Frau v. U. auf Alexanderwitz"mit Frl. v. Pogrell also Anna Doro -thee ' s naher verwandten 27. 7. 1699 ge-traut.5) Was wir später von den Söhnen er-fahren, zeigt, daß sie der Verführung durch ihrenwilden Schwager Nikolaus Jordan allzu leichtunterlagen. Dieser hatte die Tochter MarieCharlotte geheiratet, Ursula Katha-rina war Gattin des Kasp. Wilh. Kottwitzgeworden, alle ohne nennenswerten Besitz. ImTestament von 1695 hatte die Mutter AnnaDorothee Pogrell ihren Bruder Kaspar aufStrohoff und Kottwitz-Gr. Gssig zu Vormündern,jedem Sohn vorweg 566 Tlr., der einen Tochterihre 56 Dukaten schwere Goldkette, der anderngleichen Geldwert bestimmt. Sie selbst quittiert4. 1. 1761 über 115 Tlr. (rückständige Zinsen?)

y A. Brsl. Wobt, lll IS» S0t.2) A. Brsl. Wollt III ISb 09.-) A. Brsl. MilitsS III E. 8S2.

Ebenda Wohl. III io Ir öS.6 Kirch!). Brcsl. Dom.