Druckschrift 
Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
263-264
Einzelbild herunterladen
 

263

Die ^chlesischen Dnruhs.

In Nisgawe wirkt er 16. 2. 62 alskriegischerVormund" der Anna Isolde Knobelsdorf geb.Motschelnitz mitH. 23. 3 62 pachten er undsein Bruder Christian das Gut Kl. Kauer^).

Heinrichs erster Versuch, ansässig zu werden,war aus Wiersebene gerichtet, das er mit Heinr.Kochwitz gekauft, aber laut Kaufgeldabrechnung6. 4. 1644 an Heinrich Bock wieder verkaufthattc^). Auch Kauer gibt er wieder auf. MelchiorHönisch von Schoberg auf Gr. Ggisch u. Golschwitzübernimmt es 7. 6. 63 gegen Erstattung der indas Gut verwendeten 7893 THIr.H Bei demVetter Christof-Kl. Baulwy war Heinrich

27. 4. 67 Zeuge der Verpachtung von Wanglewean Chrf. Schweinitz^). Als in Gr. Wirsewitz

28. 11. 63 das von Melchior Lestwitz u. s.Frau Barbara Kreckwitz nachgelassene vermögengeteilt wurde, nimmt Heinrich'als überlebenderGatte ihrer Tochter AZarbara L. namens ihres nochunmündigen Sohnes Dans Tbrilttan teil^). 28.3. 69 verkauften Tob. Thrn. Haugwitz-Kalten-bartsch und seine Frau Hedwig Lestwitz mitHeinrich als Vertreter seiner f Frau Barbaraund der dritten Schwester Anna Marg. Langenaugeb. Lestwitz dem Bruder Adam Lestwitz dasErbgut WirsewitzH. Zu Giogau 28. 3. 69 ver-kaufen Heinrich und Christian das ihnen alsHauptgläubiger zugesprochene Gut Menzeln denGebr. Gladis^). Endlich klagt Heinrich 16.2.71 seine auf Gr. Tschunkawe stehenden 468 Thlr.gegen Anna Barbara Brauchitsch verw. Sack geb.Kreckwitz ein^), die Sache ist aber noch 13. 9. 74kurz vor seinem Tode und darüber hinaus inder Schwebe.

Wohl eine Schwester von Heinrich undChristian ist die IHIilabetb U., die als Witwedes Pfarrers Adam Skoxx zu Hohkirch 13. 2.1665 aus Vels Belehrung sucht, wie die Kinder2. Ehe am Nachlaß zu beteiligen sind^). Das-selbe wiederholt sich aus Breslau 12. 12. 6NH.

Uebrigens scheint Heinrich noch eine dritteGattin, die ihn ohne Kinder überlebende iCltberBärnsdorf, gehabt zu haben, die aber in denAkten nur ganz beiläufig erwähnt wird.

Heinrich lernen wir am besten aus seinemTestament kennen 9. 9. Alexanderwitz 23. 6.167M). Darin bestimmt derLandhofrichter derfreien Standesherrschaft Trachenberg", seine liebenKinder sollen seinen abgelebten Körper ehrlichaber ohne alles Gepränge in der Gruft zuWirsingawo beisetzen lassen, die er seinen beidenverstorbenen Frauen hat bauen lassen. Mit er-sparten 7333 THIrn. schles. habe er Alexander-witz 1639 bar gekauft. Je 39 Thlr. sollenPfarrdiakon Hcinr. Hain, die Kirche Stroxpen

n Ebenda IS » S7Z.

9 Ebenda O. A Kl. Kauer.

9 tözgl. A. Trachenbg.

9 A. BrSl. O. A. KI. Kauer.9 Ebenda Wohl. III is u 24S.9 Ebenda IS a ISO.tz Ebenda 10 b S26.

«> Ebenda Glog. III IS ra 222.9 Ebenda Mititsch III Z 0. Igs.>9 Ebenda O. A. Sönigcrn."I Stadtarch. Brsl HS. G. S 204.Hzgl- A. Trachbg. Vas. Alt. 1t I.

und seine Schwester Frl. IszedtVig ll. erben,alles übrige zu ^ dein Sohn Hans Christianund Vz den beiden Töchtern zufallen. Der, ansder 2. Ehe stammende, Sohn habe noch vonGr. Wirsewitz 364 Thlr. 39 Gr. zu fordern, dieTöchter etwas von Gr. Wilckowa von FrauMargar. Koschlig-Kopatschütz.Weilen mich aberGott so höchlich gestraft, daß ich von der einenTochter Anna Hdarjanne Böses erlebt, hätteich wohl Ursache, sie gänzlich auszuschließen ....so muß ich bedenken, daß wir alle sündigeMenschen .... u. ich als irdischer Vater nichtso tirannisch gegen niein eigen Fleisch und Blutmich erzengen darf ... sie soll halb so viel wieihre Schwester die Anna Katharina verehel.Mutschelnitz bekommen." Bruder Christian-Gr. Wilckhowa und Tob. Chrn. Haugwitz-Kalien-bartsch sollen Vollstrecker sein. Im Kodizill vom3. 3. 73 klagt er, daß er von seinem geliebtenSohn noch immer keine Nachricht habe, aberihm bleibt vorbehalten, was ihm auf Gr.Wirsewitz im Glogauischen u. bei Helene Stößelgeb. Rechenberg auf Zeschcn zusteht, doch soller davon 199 Thlr. zum Begräbnis beisteuern.Nun stellt er auch AnnaMarj anna der anderenTochter gleich. Am 13. 12. 1674 starb er. DemAmt berichtet Joh. Frz. Ernst Wallis, schon 17.12.,des Verstorbenen Bruder Rittmstr. Ch ristianfordere nach Sachsenrecht als nächster Namens-erbe dessen Schwert, Rüstung, das beste Pferdgezäumt und gesattelt (die Wehre)> undnoch viel andere Dinge. Den Tod hat derSchwiegersohn Friedrich Mutschelnitz-Rogosawe16. 12. angezeigt.

Die amtliche Inventur des Nachlasses läßtin die damaligen Lebensverhältnisse blicken.Das Wohnhaus hat unten 3, oben 1 Stube und6 Kammern. 2 Keller vor dem Hanse, Baum-garten mit Fischbohälter, Schrotmühle, Mühlemit 1 Mahlgang, 9 Malter 11 Scheffel Aussaatan Wintergctreide (^ des Feldes). Baar Geldkeins! 1 goldenen Petschier- und 1 Tranring,1 großen 39 Loth schweren silbernen Becher, 1kleinen innen vergoldet mit 23 sächs. Thalcrneingelassen, 2 kl. Becher, 19 silberne Löffel mitLestwitz" gezeichnet, die von Hans ChristiansMutter Barbara L. stammen, der 2. FrauHeinrich'?. Nun folgen die vorgefundenen Ur-kunden, darunter ein altes polnisches Privileg,was niemand zu lesen vermag, eineTeilungzwischen den Brüdern Hans und Adrian-Wcngstadt und Andersdorf vom 19. 1. 1398",eine Auflassung von Frhr. Weigand Promnitzauf Pless 9 cl. Trachenberg 29.9.1698. 1 desgl.v. 6. 12. 1614, Kaufbrief Heinrichs vom 16.11. 1639 usw. Etliche 39 Bücher mit lateinischenund französischen Titeln, die auf Rechtskunde,Gottesgelahrtheit und Philosophie deuten, aberanchGvids^rs amatoria fehlt nicht. Kleiderund Wäsche in mäßiger Menge, ebenso Zinn n.a. Hausrat, mit Ausnahme der Prunk- undStaatskleider alles nach unserem Begriff überausdürftig, aber kulturgeschichtlich interessant.

Christian schreibt 9. 7. 76 dem Amt, ergestatte keine Ansprüche an Gr. Wilkawe, da