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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
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259-260
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Die Schleichen Unruhs.

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Zins, die Nickel und Andris Bausch, Erbvögtezu Lüben und ihre Mutter Katharina auf dieErbvogtci zu Lüben für Conrad Kroner eintragenließen H. Möglich, daß hier des Schreibers Handdie Form Unrau des Namens erstmals anwandte,die später noch oft und lange vorkommt, möglichauch, daß diese Form schon damals eine alt-eingebürgerte war.

Sofern spätere Forschungen nicht noch sehrviel Neues vom Glogau-Lübener Stamme zuTage fördern, bleibt die eigenartige Erscheinungbestehen, daß die Äste und Zweige dieses Stammeszum großen Teil ungewöhnlich rasch abgestorbenund verschwunden sind, so daß nur zwei großeÄste übrig bleiben: Der Wendstadter, der sichteilt und aus dessen jüngerem Zweige noch heutejunge Reiser sprießen, und der Birnbaumer, dersich zum großen selbständigen Stamme gestaltet.

Die Menbskadter Unrußs.

Die erste Nachricht von einem Wendstadter U.besagt, daß 13. 5. 1553 Sigmundzur Wengel-stadt" das rückständige Kausgeld für Fröschenund Roggen zur Stelle gebracht'"). Dieser späterFröschroggen genannte Besitz wird mehrfach alsÄltenteil und Witwensitz erwähnt. Der Ankaufdeutet daraus hin, daß dieser Sigmund damalsschon bejahrt war, er oder seine vorfahren schonlange in der Gegend heimisch waren. Diese undalle späteren Beziehungen weisen auf Abstammungvon den Lübener U.'s, die sich nun zu beidenSeiten der Bder verbreitet haben. Die Genealogendes 18. Jahrhunderts nehmen an, sowohl dieWendstadter wie die Brödelwitzer U.'s seiengenieinsam von Großenbohrau abzuleiten. Damalswar aber noch so gut wie nichts von den Urkundender Jahrhunderte vor dem 16. bekannt, die be-weisen, daß der Glogau-Lübener Stamm mindestensebenso alt wie der Sagan-Grünberger ist. Biszu beweisender Klarstellung rechnen wir dieZVendstadter getrost zum Glogau-LübenerStamme.

Die Schätzung der Glogauer Lehngüter vom17. 7. 1563 nennt als Besitzer des 466 Thlr.werten Bansau Adrians Erbcn^). Dieser Namekehrt nur bei den Wendstadtcrn wieder. DieserAdrian und Sigmund dürften also Brüderoder vettern sein. Bald darauf treten iSrnllund Sigmund als Ivendstadter Erbsöhne auf.Ernst verkaust, wohl in brüderlicher Erbteilung5 5. 1559 seinen väterlichen und mütterlichenAnteil an lvendstadt seinem Bruder Sigmund^).Dann ist von ihm keine Rede mehr, vielleichtendete auch er in ausländischen Kriegsdiensten.Der 1578 in ZScklau auftretende, dort 1662 ge-storbene Ernst gehört zu den Lawaldcrn.

Mutter der zwei Brüder war /IdargaretbeNibelschütz, die am 7. 2. 1558, bestätigt23. 5. 59, ihnen all ihre Habe vermacht^), was

-) A. Brsl. Urk. d. St. Lüben 12.-> A. Brsl. Wohl. III 120 221.Ebenda Glog. VIII i f.

Ebenda Wohl. III lad öS.Ebenda es.

dafür spricht, daß sie keine Töchter, nur diesebeiden Söhne hatte, beide schon im Manncsalter.

Sigmund hatte zwei Söhne, Dans undAdrian, die Johanni 1586 bei der UniversitätWittenberg eingetragen werdenH. HansvonWengstadt" heiratete 17. 16. 1595 AnnaKreckwitz, Tochter von Heinrich K.-Wirchwitz.Als diese 16.11.1669 starb, nennt die Grabrede")den Witwer: Hans v. U. und Wengstadt zuGraben auf Simsen und spricht von 4 Söhnenund 3 Töchtern aus der 14jährigen Ehe, leiderohne Namen. Später begegnen wir nur noch3 Söhnen. AuchLandesbestelltcr der GlogauerRitterschaft" heißt damals schon Hans. Alssolcher nahin er mit anderen Abgeordneten inPrag 3. 16. 1611 vom König Mathias II. dieBestätigung aller Privilegien des HerzogtumsGlogau entgegen^).

Sigmund, der Vater, schloß 26. 9. 1572einen Vorflutsvertrag mit Lucas Graf Pirmenzum Reisen, Hans Gbisch-Schabenau, HansNibelschütz undStefanBusewoy zuKare'sWitweHund mit den 3 Gebrüdern Busewoy-Kare einenGrenzvergleich 26. 16. 15745). Gemeinsam mitFranz Dyhr-Ältwasser und Niklas Nibelschütz-Potscheln sucht er 21. 3. 76 an des GeorgNibelschütz Gütern Fröschen undRoggenSicherheitfür geleistete Bürgschaft^)- Das führt zum Kaufder Güter. Sigmund hat 23. 4. und 13. 5. 1583die hinterstelligen Kaufgelder für seine erkauftenGüter Fröschen und Roggen" zur Stelle. Dadie Bürgen ausblieben, wird endgiltige Regelungvertagt. Gegen Hinterlegung von 666 Thlr.erhält aber Sigmund vom jungen GeorgNibelschütz die Besitzurkunden der GüterH.

Zu Herrnstadt im Schloß huldigt Sigmund5. 8. 1586wegen Wendstadt, so erb und eigens,auch polnischen Rechtens". 2. 9. 1587 kauftSigmund Bansau von Ehristof Langenau^),verkauft aber 36. 5. 1589 Fröschen und Roggenwieder an Jakob Nibelschlltz-Gißmannsdorf^).Als Käufer von Bansau gerät er in Streit mitBaltasar Giernt und Ehristof Langenau, nachverschiedenen Verhandlungen findet er BaltasarGiernt 9. 6. 97 mit 466 Thlr. alvH.

24. 1. 1591 fordert er Herausgabe der fürBansau hinterlegten Geldsicherheit, zugleich klagter gegen Graf Wirben auf Verschaffung vonvorflut^), worauf dieser 6. 3. 91 angewiesenwird, sich mit Sigmund gütlich zu einigen. ZuGls tritt Sigmund 7. 4. 92 als Bürge über1466 Thlr. für Georg Ratzbar-Vbernik gegenJakob Nibelschütz ein^). Bald daraus hat ereine Klage von Ernst Seherrs Witwe wegen

1) A. Fürslcnst. Slg. Möllern."> Ebenda.

2) Gryphius. Privilg. S. 121.

'> A. Brsl. Glog. III 12 d 207.6 Ebenda is d 428.

Ebenda Wohl. III 12 in 228.st Ebenda o 221.

st Stadtarch. Brsl. Ms. IZ. 82 Itig.st A. Brsl. O. A. Bansau.>st Ebenda Wohl, m 12 x Iis."1 Ebenda Glog. III is ° 878.i") Ebenda 76868.

>st Ebenda Öls m is a io.