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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
215-216
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mit den Jöcklauer vettern. Neben dem vonKaspar hinterlassenen Großenbohrau besaßFrdr. Knobelsdorf einen überschuldeten Anteil,Diesen verkaufen 22. 4. 1676 seine Gläubigeran Joachim Abraham für 7666 schles.Thlr.i) zzje vcrreichnng geschah 2 Tage daraufin Glogau, Als 2 Monat später die Erben vonSeyfried Gladis dessen Anteil Großenbohrau anEhrf. Joachim Knobelsdorf - Rückersdorf ver-pachten, ist der Zöcklauer Ehristof JoachimZeuge. 1681 führt die Glogauer Landesmatrikel^)„auf Großenbohrau" Adam Alb recht, Ehri-st o f Joachim und Joachim Abrahamauf. Aber die Jahreszahl 1631 ist irrig, richtigwäre 1697.

Zuvor haben wir den Gladisgorbern zufolgen. Dort muß Dans zfridricb anfangs1649, also im kräftigsten Alter gestorben sein,denn 1. 3. 49 mutet der Gorber JoachimLehn für dessen unmündigen Sohn ZfridricbNlbrecbk.2) Line Ständeliste von 1657 nenntnoch immer auf Gladisgorb die Lrben desHans Fridrich.H Erst 1661 meldet sich „aus demKriege zurückgekehrt und längst mündig" Frid-rich Alb recht, huldigt und wird belehnt,1671 noch einmal nach dem Ende der Lobkowitz'schenPfandherrschaft 5) Neben ihm geschieht derSchwestern Anna Ibedwig u. Anna /Ikarjaimeund „andrer Töchter" Erwähnung, abernicht des Namens der Mutter, Gattin des HansFridrich.

von Fridrich Albrecht ist bisher auchnicht viel andres entdeckt, als daß er einen SohnHans Kaspar und von 1667 ab heftigenGrenz (Jagd-) streit mit den nachbarlichen Gladis-gorber Seelstrangs hatte, der sich noch unterHans Kaspar 1768-13 fortsetzte, und angesichtsder arg vermengten Feldlage, zur Vermeidungimmer neuen Zwistes unter den verwandten,zum verkauf des Besitzes an Seelstrang führte.

Fridrich Albrecht war mit ZSva MagVa-lene Deipold (Dippold) verheiratet. Der vonder Gegenreformation geübte Gewissenszwangtrieb die Taufen jener Gegend über die kaiser-lichen Grenzen in die sächsischen und branden-burgischen Grenzkirchen und oft weiter hinweg.Daher in den wenigen den 7jährigen Krieg über-dauernden Kirchbüchern der ganzen Grenzlandenur wenig, oft verworrenes, ja irrtümlichesMaterial sich findet. Dabei tauchen Namen auf,die sich sonst nirgends finden, vielleicht eben nur„verschrieben" sind, vielleicht weil sie den Kirch-schreibern nicht persönlich bekannt waren. Sokönnte man den „Gottfried Albreckt"der in Mednitz 1686 „mit Frau" Pate steht, fürFridrich Albrecht halten, aber dieser war schon12. 2. 1681 gestorben.^) So kann GottfriedAlbrecht uur als ein Sorau-Niederls. gedachtwerden. Zutreffend wegen seiner Lehnsmitrechte

Stög. III. IS. x.2> Glog. VIII. I. d.°> HM. Arch. Sagau.A. Loblowitz-Raudnitz.Hzgl. A. Sagau.°) Kirchcnb. Großenbohr.

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nennt manche Eintragung der Kirchbücher alsPaten Fridrich Albrecht „von Großen-bohrau".

Ivans IKalpar-Gladisgorb heiratete 23 1.1692 des Saganer Ratsherrn . . . . GäblerTochter Aobanne Tbereke, die öfter auch alsPatin Marie Therese verzeichnet wird. HansKaspar stand 26. 16. 86 und 17. 6. 88 beiStentsch-Gersdorf, 2. 7. 96 zusammen mit seinerSchwester Anna Sopbte Tugendrelcb beiStentsch-Pißschen H Pate. Verwandtschaft mitStcntsch's lag jedenfalls vor. Nach dieserSchwester ward die erste Tochter Hans Kaspar'su. der Joh. Ther. Gäbler 21. 12. 92 NnnaSokie genannt, auch Johanna S., die inFreistadt 6. 11. 1715 mit Joh. Sgmd. Rodemanngetraut wurde. 27. 7. 93 hatte Hans KasparStreit wegen Erhaltung der Boberdämmc mitSeelstrang und Gladis.

6. 5. 1694 ward die erste bekannte Belehnungmit Gladisgorb für ihn ausgefertigt 2). 23. 3.1695 erschien die zweite Tochter kvarle 'lbelenc,1697 die dritte Tbarlotte Zfranzlska, dieschon 1713 an Joh. Lhrf. Mosch-Petersdorsverheiratet wurde. Als Mutter zahlreicher Töchtermutet sie 1744 Lehn auf Gladisgorb, anscheinendohne Erfolg.

Ein 13. 1. 1699 geborener Sohn f 36. 1,aber der 31. 3. 1763 getaufte Zobann Gottlobward beim sächsischen Regiment Goldack DragonerFähnrich, 1731 stand er bei der GrenadierEskadron, 1735 war er Premierleutnant beiSchlichting Dragoner und nahm 22. 12. 1738den Abschied^). 3. 31. 1757 ist er Sommerfeld'schervormundH.

22. 5. 1764 trat Hans Kaspar eine Wiese")an Johann Albrecht Seelstrang-Gladisgorb ab,doch die Grenzwirren blieben lästig. 15. 1. 1767ward noch ein Sohn Tarl 'IIAidolk geboren, deraber 2 5. l711 starb. Inzwischen erwarbHans Kaspar Altdorf bei Sagan, von woer 5. 4. 1716 das Amt gegen die AltdorferBauern anruft, die trotz des Mahlzwanges nichtin seiner Altdorfer Mühle mahlen lässeich).1768 entbrannte der Jagdgrenzstrcit mit Seel-strang wieder so heftig, daß Hans Kaspar, dadie fürstliche Kammer beiden die Jagd nahmund einzogH, 31.5.1715 mit ihm einen Erbkaufschloß, wonach mit seinem Tode jenem dasEigentum zufallen sollte. Dies trat 1734 ein,1735 wurden die Seelstrangs belehnch).

Die noch übrigen Nachrichten von HansKaspar besagen, er habe 1699 den SaganerMagistrat wegen der seinem Gute Altdorf auf-erlegten Einquartierung verklagt, konnte abernicht beweisen, daß es 1497 zu Ritterlehengemacht sei und wurde daher 17. 1. 1761 ab-gewiesen^). 1716—11 gab es Streit mit Seel-

-) SIg. Möllern-Crofsen.

Hzgl. Archiv Sagan.

A. Dresden.

A. BrSl. Schweidn. III IS RR«. 2S2.A. BrSl. B. I. XII.

°> Ebenda Sagan III. 111 toi.tz Hzgl. Archiv Sagan.

°) A. Vrsl. Sagan III. Ii I Sit.

Die Schleichen Unruhs.