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Die Schleichen Unruhs.
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Bauern getragen und bei jeder Leiche sind 8Fackelngetragen worden. Das Roß hat geführt HerrChristof v. v. von Mednitz und Reinsdorf, denSchild hat getragen Herr Friedrich von v. vonGroßen Burau, Schwert und Dolch und SpornSigmund v. v. von Ludwigsdorf und also beideLeichen nach der predigt die Nacht über in derKirchen stehen blieben; den 2. Februar, war Licht-meß, sind beide Leichen um 1 Uhr zu Mittag inunsrer Kirchen mit großem Prozeß aufgehoben undvor das Spittelthor bis nach dem Schlage getragenworden, da die Capitan alle mitgangen, der HerrPoscr Vbrister Lieutenant, Hauptmann von Gladitz,Hauptmann Kaltenburn, alle Fähnriche undLieutenante, es wäre lang zu erzählen und einegroße Menge Volk. Des Herrn HauptmannBruder Adam v. v. von Ludwigsdorf hat 13Musquetiere und Trommelschläger mitgenommenund nach der Schulen Abgang dreimal dieTrommeln geschlagen und losgeschossen, undimmer fortgezogen und beide Leichen nacherHergersdorf getragen und allda begraben worden".Außen an der Kirche von Mittel Herwigsdorflehnt noch heute Philipps Grabstein.
Dasselbe Aktenstück erzählt, daß noch am24. 8. 1620 in Sagan ein großer Aufzug gefeiertworden,im ersten Wagen Philipp „und hernach istgefahren die Frau Amtsverweserin Frau Salomegeborene Löstin aus dem Hause Romsdorf, Leipeund Lham" (vergl. den Abschn. Böhmen). 13.9. 20 war bei der Landesmusterung HauptmannPhilipp mit seinem Schwager Hans Waldowerschienen. Dieser erbte einen Anteil Gorb undübernahm Mittel Herwigsdorf.
Aoncbim, der jüngste der 3 Brüder, nahminfolge Vergleichs mit seinen Brüdern undSchwägern 10. 9 1622 das übrige Gorb. Wirfolgen nun seinen Geschicken und Nachkommen,um zuletzt zu des ältesten Bruders Hans Nach-kommen zurückzukehren. Zuletzt sahen wirJoachim auf Muschten im Schwiebuser Land.
Joachim hat wie sein Bruder Adam 1593in Frankfurt a. V. studiert H. 6 6. 1607 wirdeine Klage Melcher Hahns gegen ihn vertagt^).Als er 22. 11. 1612 für Philipps neuerworbnesGorb mitbelehnt wird, heißt er „zu Tzeckelen"^).Das kann sowohl das lausitzer Tzschecheln alsdas Freistadter Zöcklau sein, das mit Tschaugrenzt. Dies Zöcklau ist wohl gemeint, dennes wurde ja lehnfrei, sobald dort die Witwedes letzten Lawalder Christof auf I. wich.Joachims Nachkommen finden wir dann auchauf Zöcklau. 16. 12. 1615 klagt er gegen seinenBruder Alb recht wegen angeblicher Benach-teiligung bei der Crbschaftsteilung nach demalten Albrecht^) Einigung soll 11. 1. 1616stattfinden. 25. 7. 1623 erschien JoachimsSohn Zoucbim als Fähnrich zur Landesmusterungnoch von Gorb aus^). Der Vater war 1624Landesältester und Mannrechtsbeisitzer. 25. 9.
9 Friedldr. Univ. Matr.
9 A BrSl. Glog. III I» s 152.
9 Ebenda Sagan III. II b SSI.
9 Ebenda Glog. III. iz «, 541,
9 A. Lobkowitz-Raudnitz.
1625 klagt dieser Joachim „auf Niedergorbund Zöcklau" gegen Heinrich Mednitz und seineFrau Sofie wegen Bürgschaft, die der st Philippfür den Mednitzer Vetter übernahm und fordertAuflassung der an Philipp verkauften und Lber-gebnen, aber niemals förmlich übertragenenMednitzer Mühle?). — 29. 9. 1625 läßt Joachim1365 Thlr. 18 Weißgroschen 7 Heller auf Gorbeintragen"). 20. 2. 1627 noch 4000 Thlr., die ersich zur Abstattung seiner Schwester Waldow vonseinem Schwager Christof D y h r - Streidelsdorflieh, denn dessen Schwester AZurbura war seineFrau. Inzwischen trieb Joachim die vonPhilipp hilfsbereit überallhin gegebenen Dar-lehen ein^), von Joachim Dyhr 500 Thlr., vonSigmund v. d. Dahme 132 Thlr. u. s. w. Erbrauchte Geld, darum verpfändete er 23. 3. 1630seine 6 Bauern zu Herwigsdorf der Frau DavidJohnau's zu Sagan um 900 Thlr. und dem HansG. Krummkrüger um 1600 Thlr.?). 28. 3. 1631konnte er die Zinsen nicht zahlen, verpflichtetesich aber, monatlich 20 Thlr. auf Kapital undZins abzuzahlen^). Aber die Kriegszeit vereitelteauch das und so ging auch dieser Besitz späterverloren. 28. 5. 1630 setzt er die Klage gegenHeinrich Mednitz fort^). 25. 6. 1630 wird dieSache zwischen Hans Schenkendorf Ehefrau undStieftochter eines- und Joachim Gurp und seinesStiefsohnes Adam v. U. andernteils wegenBerechnung der Jöcklauer Kaufgelder einerKommission überwiesen?). Dieser Adam könnteein Sohn des 1609 in Zöcklau 7 Christof undder Juliane Lest sein. Vielleicht ist dieseJoachims zweite Frau und er dadurch Herrauf Zöcklau geworden. Adam huldigt, wiealle andern Lehnsleute nach Wallensteins Tod,zu Glogau 6. 4. 1634b).
Daß Joachim, als ihm Wolf Dietrich Salza21. 6. 29 geliehene 600 Thlr. stundete, von„von Großenbohrau" genannt ist, bedeutet nurseine Abstammung. Im Januar 36 wird erVormund der jungen Waldows auf Herwigsdorfund heißt dabei nur „auf Zeckel.9) Das darfim Irrgarten der immermehr verwickelten Ver-wandtschaften nicht mißleiten, zumal das somassenhafte Material im Grunde doch oft rechtdürftig und lückig ist. Daß 2 Joachim nebeneinander lebten, beweist eine Eintragung derKrossener Amtsbücher,??>) wonach dem Joachimauf Zöcklau, sowie dem Joachim auf Gurbund dem Adam auf Kl. Selten — (wieder einganz neuer?) — große Verluste aus der Bürg-schaft entstanden, die sie 1623 dem neumärkischenVetter Nickel auf Krausche geleistet hatten,als er dem Nachbar Möstchen-Drehnow helfenwollte. „Die Rotenburgs drungen scharst auf
9 A. BrSl. Glog. III. II s.
9 Ebenda Sagan III 14 0.
9 Ebenda 8
9 Ebenda Glog. VIII. I X und III 21 d SS.
9 Ebenda Sagan III 14 ä.
9 Ebenda 11 «.
9 Ebenda Glog III IS I. 57.
9 Ebenda 15 d. 20s.
9 Ebenda ist. 174.
19 A. Fürstenstein. Slg. Müllern.