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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
203-204
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die Bezahlung!), 17. 1, 1607 quittiert GeorgWiedebach für sich und seine Brüder 12300 Thlr.Kaufgeld für beide Anteile von Dbergorb dem„Saganer Landesbestallten und SteuereinnehmerPhilipp auf Gber- und Niedergorb, Bullen-dorf und Mrwigsdorf^)." AK Philipp Wiede-bachs Witwe Dorothea Mbrig läßt Philipp29,12,1609 auf Gbergorb 1000 Thlr. eintragen^).9. l. 1610 rügt er, denn er duldet kein Unrecht,die Verstöße der Saganer Brauer gegen dasGesetz!), Seine unverheiratete Schwägerin Katha-rina setzt ihn 21, 11. 1612 auch zu ihrem Erbenein5), denn nur bei den Jesuiten war er gehaßt,weil gefürchtet. Als König Mathias die böh-mische Krone von Ferdinand I, übernahm, huldigtPhilipp ihm bei seinem Einzüge in Breslau19. 9, 1611 namens des Fürstentums Sagan,Lehnsrecht auf das von ihm erworbene Billen-dors bei Sarau wurde ihm samt seinen 4 Brüdern1612 verliehen^). Damit hatte er sich eine Zufluchtfür den Notsall geschaffen. Nun wollte er seinGorb in lehnfreies Erbgut umwandeln. DieKäuflichkeit der Wiener Mfkammcr-Beamtenhatte er aber unterschätzt, 10, 4, 1613 wird ihmgeantwortet, der Kretschamsverlag müsse erstnoch besonders bezahlt werden. Das lehnt erunwillig ab, bietet aber, obwohl das Krugrechtschon zur 16. Hand zum Lehne stehe, 30.11.1613eine kleine Zahlung. Gleichzeitig hat er sichwohl an den Kaiser Mathias persönlich gewandt,denn der fordert eigenhändig 14, 3. 1616 vomBberamt Bericht, woraus Scultetus vom Vber-amt Breslau trocken antwortet, das sei allesgenau genug schon 31.12, 1615 berichtet worden.Nach 2jährigem IM- verschreiben fordertdie Wiener Hofkanzlei 3000 Thlr., aber Mathiasverfügt 2. 8, 1618, wenn doch ein Mehreres vomPhilipp nicht zu erlangen sei, sollte sie mit1300 Thlr, zufrieden sein?). So wird endlichdie Modifikation von Gorb 39. 10, 1618 ohneBrauurbar ausgefertigt, aber Philipp schreibt14, 1, 1619, jetzt habe er kein Geld, da er dasverfügbare zum Ankauf von Herwigsdorf ver-wendet habe, er müsse Aufschub haben. AufMathias war Ferdinand II gefolgt, deshalbentschuldigt Philipp 28, 6, 1619 nochmalsseine Säumnis, hatte aber doch erst für Neu-belehnung nochmals die Gebühren entrichtenmüssen.

22. 12, 15 war Philipp Testamentszeugebei Anna Löben geb. Gersdors^). Bei verschie-denen Zwisten in Mednitz half er immer wiederzur Einigung. Anna panwitz Witwe Gpxel-Zissa hatte von Saganer Bürger Lindemann467 Thlr. zu fordern. Philipp zahlt u, machtLindemann freies Johann Seelstrang-Zissa gibtobenein Bürgschaft. Nun war Philipp Landes-

>> A, BrsI, Sag, III II S, 290,

Ebenda sis.

Ebenda SlS.

Ebenda Zdo,

Aich, d, Germ.-Mus, Nürnberg,

°1 gürstl, LobkowitzArchiv Raudnitz-Böhmen,A, Bröl. O, Ä, Gorb.

Ebenda Sagan III 11. g. lüg,

9 Ebenda It c IIS,

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verweser geworden, aber die Gegenreformationder Jesuiten begann ihn zu umstricken, Kno-belsdorf war sein Todfeind, auch ein Zedlitz er-wirkte eine Entscheidung 4. 1. 20 gegen ihn,!)Mit Ferdinand des II, Regierungsantritt warendie Konsessionskämpfe entfesselt, in ganz BöhmenSchlesien, Nicderösterreich, bis Siebenbürgen hinwar die Intelligenz im Adel wie in denStädten prote-stantisch und romfeindlich. So trug Philipp keinBedenken, die ihm aufgedrungene Führung derReformbewegung anzunehmen, 22, 19. 16l9leistete er feierlich den Eid als Dcfensor derprotestantischen Tonfederation der niederschlesischenStände^), Noch mehr beschwor er den fanatischenHaß der Jesuiten herauf, als er zu Breslau27, 2. 1629 dem dort einziehenden Pfälzer Kur-fürsten Friedrich V. als gewählten König vonBöhmen namens des Saganer Fürstentumshuldigte^). Er wurde dabei allerdings Kgl. Ratund Landhauptmann, aber darum ging es ihmnicht. Was nun verborgen vorging, steht nurzwischen den Zeilen knapper Nachrichten. Ausdem Prager Schloß 14. 3. 1629 ordnet KönigFriedrich an, Landhauxtmann Schellendorf vonLiegnitz soll mit Bibra, Loß u, Berg am 7. 5.als Untersuchungskommission zusammen treten„wegen einer Freveltat so der Tobias Knobels-dorf zu Hirschfeld in seinem Muse an Philippdahin er eingeladen worden, durch einen Büchsen-schuß verübt habe." Also es war versucht, Philippmeuchlings zu beseitigen^). Als das mißlangward ihm eine (gefälschte?) Grder in die Handgespielt, am 22, 4, 29 dem Klostorabt zu Sagandie Vberpfarrkirche, wenn nötig mit Gewaltzugunsten der Protestanten zu entreißen. AberPhilipp wurde spielend des unvermeidlichen,heimlich gestachelten Tumultes Herr.ü) Auch einHinterhalt am 2, 12, 29 führte noch nicht ganzzum Ziel, Das Aktenstück sagt zwar kurz, beieinem Streifzuge, um die Boberpässe gegen dieanrückenden Kaiserlichen zu verhauen, habe ervon einem Tzettritz einen Schuß in den Schenkelbekommen, daran er bald gestorben sei,6) Aberder Umstand, daß mit Philipp zugleich seineGattin Salome im Schlosse zu Sagan zurLeiche ward?), — worüber auffälliges Schweigenwaltet — läßt den Schluß auf eine grausigeNachhülfe bei der planmäßigen Vernichtung desgefürchteten Gegners zu.

„Am 1, 2. 1621 ist der Edle Strenge wol-benamte Herr Philipp von Unrnh von Gorb,Billendorf und Herwigsdorf, vollmächtig gcwesterHerr Landeshauptmann, desgleichen die Ehr- undtugendreiche Frau Salome geb. von Lästen a.d. 1), Romsdorf, kerrn Hauptmanns geliebtesteMusehre von der königlichen Burg abgeholt, derHerr Muptmann durch 8 ehrliche Bürger (folgendie Namen) in unsere Kirche getragen, die FrauMuxtmann aber haben ihre (Mrwigsdorfer)

>> Ebenda It. a, SS.

Palm Acta publica ZS8.

°) Lucä u a, m,

q A Breslau O A, Gorb,

Palm Acta Publ,

°i A, Brsl, Frsldt, Sagau A, III I S.

D A, Lobtowitz-Naudnttz,

Die Schlesischen Unruhs.