207
Die Schlefischen Unruhs.
203
Bezahlung, Möstchen wurde bankerott." vonJoachim erzählt MöllernH: 1t). 3. 1624 brand-schatzten die kais. Kapitaine Pochmann, Hanauund Iveißhorn mit ihren neugeworbncn Leutenganz Sagau. Durch Joachim U. und Schellen-dorf wurden ihnen, damit sie vom Plündernabließen, 8666 Thlr. gezahlt. „Solch Geld habensie 2 mal um den Rink tragen lassen, dabei dieOffiziere und Wachen einander geschmissen, daßdas Blut von den Köpfen gelaufen." Die wüsteRoheit jener Zeit schonte niemand. Joachimhat denn auch in Niedergorb ein langes Siechen-lager gehabt.2) „Als das Lichlenstcinsche RegimentPriebus, Naumburg und etliche Dörfer im So-rauischen ganz ruiniert, hat die Stadt SaganHerrn Joachim v. V.-Ntedergorb und Dr. Bal-thasar Wessel an ihren Herzog Albrecht, kais.General, der sich auf Mecklenburg und Friedlandgeschrieben, abgeschickt, um salvsAuarcks an-zuhalten. Sie baten um Freiheit der Reli-gion (!) und um Eröffnung der gesperrten Kirchenund Kirchlehen, freien Handel und Wandel der
Tommerzien Diese Gesandtschaft ist nicht
von geringer Jmportanz gewesen, wenn mandieses Herzogs Sprichwort bedenkt l lass dieBestien henken!"
Der alte Joachim, der 6. 4. 34 dem Lobkow itzals neuen Landesherrn huldigte, hatte persönlichum so schwerere Kriegsleiden zu dulden, denner war für Lobkowitz Landeskommissor undBurggraf geworden, und ein tüchtiger fleißiger!Als endlich Friede geworden, mahnt er 13. 12. 49Lobkowitz zur Milde bei Eintreibung der rück-ständigen Steuern, 4. 9. 31 ordnet er an,2) daßsich Herrschaften und Bauern, soweit sie nochGespann haben, gegenseitig mit Baufnhren undbei der Ackerbestellung helfen sollen, sogar daßdie Landstraßen wieder ordentlich in Stand gesetztund mit Bäumen bepflanzt werden. 23. 2. 32einigt er sich mit Schwager Dyhr-Streidelsdorfüber Zinsrückstände aus der Kriegszeit, wobeianerkannt wird, daß es nur Joachim's zäherGewandtheit zu danken sei, wenn sie nicht allevon ihren Gütern verjagt sind. Doch habe eroft dabei sein Leben aufs Spiel gesetzt und inden Kriegsgreueln seine Gesundheit dauernd ein-gebüßt.^)
Joachim, der Sohn Joachims und derBarbara Dyhr-Streidelsdorf war nach Gorbübergesiedelt, seinem Stiefbruder Adam Zöcklauüberlassend. In Gorb war im Juli 1643 eineTochter^ Sabine Aldagdaiene geboren. MitAdam-Jöcklau setzt er sich am 7. 3. 33 aus-einander, wobei eine von Philipp s. Zt. derHelene Schenkendorf gewährte Hypothek voni960 Thlr. auf Zöcklau eine Rolle spielt. 18.4. 32. gibt noch der alte Joachim 16 Thlr.Amtsgeld an Balzer Halwig zum Bau einerpulvermühle"). 23. 3. 52 hält er Promnitz Dit-tersbach zur Unterhaltung der Ufer des Bobcr
Ü Ebenda. Chronik Sagan, Manuskr.'! Magnus AdelS-Chronik.A. Lobkowiy-Raudnitz.
an, der schon ganze Äcker von Niedermednitz sort-gerissen und an den Niedergorber Ufern zu reißenbegonnen hat. 26.7. 52 läßt der „Mannrechts-beisitzer und Burggraf Joachim" Gorb taxieren.27. 1. 53 beschäftigt die Inspektoren der SaganerStadtkammcr eine „Sollicitation zwischen Jo-achim und deni regierenden BürgermeisterGottfried Wiesner". 26.11. 53 gelingt JoachimEinigung mit den während des Krieges unbe-friedigt gebliebenen Gläubigern seines vatersH.In Amtssachen ist er noch mehrfach 1633 erwähnt.In diesem Jahre scheint sein Enkel, der wiederAoacbim Abraham heißrund 1651 in Stettinden Studien oblag, mündig und nach HuldigungHerr auf Niedergorb geworden zu sein, währendder Vater Gbergorb bekielt, aber seinem Amtin Sagan lebte. 1657 scheint der Sohn geerbtzu haben, in der Ständeliste von 19. 2. 37 heißter") von „Ober- und Niedergorb" u. 1638 istvon „weyland Joachim" die Rede.
Wenn der 1623 mit Joachim Vaterund Sohn für Nickel Krauschc eintretendeAdam Kl. Selten bei Priebus der „Stiefsohn"ist, könnte von ihm das Bittgesuch herrühren,worin Ibans Adam v. u., vertriebener Adelicheraus Schlesien" leider ohne Ort und Datumsden nach Gustav Adolfs Tod in Deutschlandallmächtigen schwedischen Kanzler Luxenstjernaum Unterhalt für sich und seine Frau und Kinderbittet. Nicht immer wurden die Doppelvornamen,oft auch der Rufname allein angewendet. Esist nicht ersichtlich, ob dieser Hans Adam seineBitte erfüllt sah, aber wohl vereinbar wäredann, daß er von Kl. Selten verjagt, beimStiefbruder Zuflucht suchte. Es muß um 1632gewesen sein. Er wäre dann der Adam, demJoachim um 1634 Zöcklau einstweilen über-ließ n. 7. 3. 52 endgültig als Eigentum. EineSchwester Ibelene des Zöcklauer Adam waran August Stößel-Zöcklau verheiratet. Da sie1637 gestorben war, nimmt Stößel den Adam6. 7. wegen rückständiger Mitgift in Anspruchs).Es kommt ein Vergleich zu Stande, wonachbeide gegenseitig auf ihre Anteile Zöcklau ver-zichten^). Auch dieser Adam muß aber einheftiger Gesell gewesen sein. 17. 9. 38 belangtihn der Rat Freistadt, daß er den TorwächterEhrf. Brunzel erstochen habe"). 12. 1. 39 wirddie Sache noch vertagt?), 3. 3. 39 nochmals, daAdams Anwalt Jakob Ealisius erkrankt ist.")Dann ist's davon still. 29. 12. 46 verkauftAd anr ein Stück Acker von seinem Zöcklau") ander Walwitzer Grenze an den Zöllinger AmtmannKasper Krause. — 31. 8. 31 wird Adam an-gewiesen, die dem August Stößel noch schuldigen2666 Thrl. Kaufgeld auf Iöklau für ihn mitVorrecht vor den Rechten seiner Frau eintragen
r) Ebenda L. I. XII.e) Dzgl. Archiv Sagan.
RetchSarchiv Stockholm.-) BrSl. Glog. III >s s. 294.
Ebenda 15 in ss.°) Ebenda is g 65Z.'I Ebenda es?
6 Ebenda S7S.
6 Ebenda ib -n 4ss.