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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
159-160
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1(59 Die ostpreußi

borenen Hauptmnnn Samuel Friedrich CarlGärtner heiratete; er st 1V. 5. 1861 Vberst-Icutnant a. D. Berlin.

Kurz vor dem Ausbruch des Krieges traf derlangersehnte Sohn 28. 3. 1866 zu Tilsit ein undwurde Dans Victor getauft. In Freistadt inSchlesien stellte sich abermals eine TochterAmalie Caroline 16. 2. 1016 ein, die indes,wie Bianca 12jährig, in Pyrit; 29. 7. 1822 starb.Zuletzt folgte noch eine Tochter iCmma inBeiße 1816, st 29. 8. 1817. Bei solchem Kinder-segen könnte die The als eine recht glücklicheerscheinen, dazu jedoch waren die beiden Elternzu große Gegensätze in Anschauungen undTharakter, er gutmütig, schlicht und weich, abervon starkem Unabhängigkeitsgefühl beseelt, siehart und stolz, anspruchsvoll erzogen und nachglanzvollem Leben weit über ihre sehr bescheidenenVerhältnisse begehrend. Als Frdr. 1v. Thr.die Uniform auszog, war das Pensionswesennoch recht dürftig geordnet, hauptsächlich Gnaden-sache und nun sollte der alte, nur an Wundenund Grden reiche General mit Frau und 4 Kindernnach qo jähriger Dienstzeit von 1666 Thalernstandesgemäß" leben.

Sein von Hause aus vermögender SchwagerRouquette, der lange im GroßherzogtumWarschau gestanden und dort durch KöniglicheGunst noch bedeutenden Grundbesitz erlangt hatte,war in Berlin 16. 6. 1813 als Generallieutenantder Kavallerie gestorben. Früher als junge Ehe-männer hatten beide Schwäger in benachbartenostpreußischen Kavallerie-Garnisonen gestanden,sich also leicht über die ihnen beiden 1863 vonBtto Christian zugefallene Erbschaft an Vttenverständigen können. Dessen Verhältnisse hattensich jedoch als keineswegs glänzende herausgestellt.Er war eine zu freigebige Natur gewesen. DerAnkauf von Sonnenstuhl hatte seine verfügbarenGelder verzehrt, beide Güter brachten aberwenig. Lange Jahre vor seinem Abschied (1798)hatte er die Hälfte des damals aus 16 SchwadronenDragoner bestehenden,von einem General komman-dierten Regiments geführt und war nach dendamaligen Einrichtungen verpflichtet, aus den ihn,zustehenden Dienstgeldern seine unverheiratetenBffiziere zu speisen. Die Lskadronschefs warenzu Friedenszeiten in gewissem Maße noch immerdie Anwerber ihrer Leute und die Unternehmerfür die Bekleidung und Unterhaltung ihrer Truppegewesen, wobei manche verstanden, weit wenigerauszugeben, als sie dafür erhielten, ebenso wiemanche Kommandeure Ersparnisse an der Gffi-ziersverpflegung zu machen wußten, währendandere beträchtlich zusetzten. Zu diesen letzterenhatte der gutmütig freigebige Gtto Christiangehört, für seine Vffiziere ein großes Hausgemacht, sodaß auch die Erträge von Vtten nichtausreichten und er seinem Sohne, dem Stabs-kapitän Fridr. W. Chr. keine Zuschüsse gebenkonnte. Dieser hätte solche um so nötigergebraucht, als seine anspruchsvoll erzogene Gattinaus dem väterlichen potlitten auch so gut wienichts erhielt und bort, als ihr Vater starb, auchnicht das geringste erbte. So war der Schwager

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Rouquette die einzige Zuflucht des von den An-sprüchen seiner Familie geplagten Stabskapitänsmit Vorschüssen auf das Erbe an Vtten gewesenund bis 1863 geblieben. Als dann der Erbfalleintrat, war der Erbanteil so gut wie schon ver-braucht; deshalb übernahm nicht der Sohn VttoChristians das Gut, sondern die Witwe EstherFrancoise, die es alsbald an Franz vonGlasow billig verkaufte und nach Berlin zog,wo der geringe Zinsertrag nebst Witwenpensionsie zur Unterstützung ihres Sohnes auch nichtbefähigten. Diese knappen Einkommensverhält-nisse zerrütteten aber vollends den Halt in derFamilie Fridr. W. Chr's.

Es traf sich, daß gerade in der Zeit, als inBerlin seine Mutter am 21. 6. 1811 und dannsein Schwager Rouquette 16. 6. 1813 gestorbenwar, ruchbar wurde, Franz von Glasow könnesich auf dein durch die Kriegszeiten 1866/67 hartmitgenommenen Vtten nicht mehr halten.Wirklich kam es zur Zwangsversteigerung unddie Witwe Exz. Rouquette brachte das alteStammgut der Familie wieder in ihren Besitz.Ihre Güter bei Warschau waren ohnehin 1867polnischerseits einfach konfisziert, für deren Ver-lust der ihr persönlich sehr gewogene KönigFriedrich Wilhelm III. sie nun durch unentgelt-liche Übereignung von 468 Morgen schön bc-standner Staatssorst aus dem an Vtten angren-zenden Revier Lautenburg der Wermten'schenForst entschädigte. Da Albertine oderBertha, wie sie sich nannte, Rouquette keineKinder hatte, galt sie ihrem Bruder und seinenKindern als reiche Erbtante. Aber sie nahmeine ihr aus der Warschauer Zeit nahestehendeWaise Thekla von Prondzynska an Kindesstatt an,die später als Gattin des Hptm. a. D. Kroeck aufSchloß Thierenberg im ostpreußischen Samlandestarb. So konnte Fridr. W. Chr. noch vonGlück sagen, daß seine Schwester ihn nicht ganzini Stich ließ und später das Gut Vtten sogarseinen Kindern vermachte, während der Adop-tivtochter Thekla alles bewegliche vermögenzufiel.

Als Fridr. W. Chr. die Gcneralsuniform1826 auszog, gab es harte Kämpfe mit der Frau.Schließlich trennten sich die altgewordenen Litern,die Mutter zog mit den ihr noch gebliebenen2 Töchtern nach pyritz zur ältesten, der Vaternnt dem Sohne, als dieser das Gymnasium inKönigsberg, dieDomschule" verließ, zum Stu-dium nach Berlin. Vbwohl nun infolge Jurme-diatvorftellung die Pension des alten verdientenGenerals aus 1266 Thlr. erhöht wurde, bliebendiesem, da er der Frau 566 Thlr. abgeben und168 Thlr. zur Witwenkasse zahlen mußte, fürsich und den Sohn jährlich nur SY2 Thlr.Rührend klingt es aus den Briefen jener Zeitheraus, wie der alte General seiner Schwesterdankt, daß sie ihm wenigstens die Kollegieugelderfür den Sohn und einmal sogar 26 Thlr. schickte,damit er sich etwas Erheiterung verschaffen könne.Ein tragischer Kommmentar zu damaliger preu-ßischer Kärglichkeit ist es, daß er in herzcnswarmerWehmut dem Sohne auf dessen dringende Bitte,