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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
157-158
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schlecht oder gar nicht verpflegte Menschen undPferde, so ging es bis Tilsit, hinter der Memelwurde erst Halt gemacht, bis zum Frieden. Wiesich Fridr. W. Ehr. auszeichnete, bewiesen derxoui'Is inÄ'its und der Wladimir-Vrden II. AI.,die er damals erwarb, während sein Kommandeurund andere verabschiedet wurden.

Nun begann die Darbezeit der preußischenOffiziere. Das Gehalt des Schwadronchefs wurdeaus 600 Thlr. festgesetzt, alle bisherigen Neben-vorteile fielen weg. 16.11. 67 ward Fridr. W. E.ins Westpreußische Dragoner-Regiment versetzt.1868 wurde dies Regiment geteilt, aus der einenHälfte das Z. Kürassier-Regiment gebildet, ausder andern das nach Schlesien verlegte 1. West-preußische Dragoner-Regiment. Fridr. W. Ehr.'s.Eskadron kam nach Freistadt in Garnison, er alsomitten in das 566 Jahre vorher von zahlreichenU.'s bewohnte Gebiet, wo nun bloß Grabsteineund Archive die Spuren jener aufwiesen. Fortanbekani das Regiment schlesische Rekruten undnach dem damals eingeführten sog. Kriimxer-system leider auch nur schlesische Pferde. Dennochforderte man alsbald von solcher Truppe dasselbewie von alt brandenburgisch preußischer Reiterei.Anfängliche Mißerfolge und dienstliche Reibereienkonnten da nicht ausbleiben. Major Platen ließsich hinreißen, eine Anordnung des dienstälterenFridr. W. Thr. mit einer Pistolenforderung zubeantworten, grade als das Regiment 1816 füreinige Zeit in die Nähe Berlins abrückte, währendPlaten zu den litthauischen Dragonern zurück-versetzt wurde. Infolgedessen sollte das Duellbei Könitz, in der Mitte der die Gegner nuntrennenden Entfernung, vor sich gehen. Beidetrafen eines Abends in Könitz ein, gleich daraufaber ein Kourier des Königs mit Haftbefehl fürbeide. So dachte man damals über solche Zwei-kämpfe. platen kam für 3 Monat in Pillau,Fridr. W. Ehr. ebensolange in Spandau aufFestung. Die dortige Muße benutzte er zu Auf-zeichnungen über seine nun 36jährigen kavalleri-stischen und die bisherigen Kriegserfahrungen.Darin kam er u. a. zu dem Schlüsse, die alleinwirksame Waffe für Kavallerie sei nächst demPferde die Lanze. 1816! es hat ca. 86 Jahrgedauert, bis seine Ansicht maßgebend geworden.

12. 2. 1812 wurde er Oberstleutnant. AlsPreußen 1812 zum Bündnis mit Frankreich gegenRußland gezwungen wurde, gab das Regiment2 Eskadrons zum französischen Korps Macdonaldab, die andern mit der Fridr. W. Ehr.'s wurden1813 mobil und dem Hork'schen Korps zugeteilt.Fridr. W. Ehr., 26. 6. zum Obersten befördert,hatte dort abermals Gelegenheit sich persönlichauszuzeichnen, wenn auch sein Regiment nichtgut abschnitt. Bei Lützen sollte es ein anscheinendfreistehendes noch unversehrtes französischesInfanterie-Karree angreifen. Aber beim Angriffzeigte sich, daß es hinter einem breiten tiefenWasserlauf stand, den auch bessere Pferde undReiter als diese damaligen schlesischen nicht hättennehmen können, der aber in dem ganz flachenGelände von weitem nicht zu sehen war. DasKehrtmachen im Feuer sah daher von weitem

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verdächtig aus und brachte große Verluste. Ohnenach der Ursache zu fragen, befahl der Komman-dierende dem Regiment, den Angriff zu wieder-holen. Da auch auf andrer Stelle das Hindernisebenso unüberwindlich war, gab es zum 2. Malschwere Verluste und mochte nun erst recht denAnschein des Stutzens und Umkehrens vor demfranzösischen Feuer haben. Dem zurückgehendenRegiment sprengte in höchster AufregungScharnhorst entgegen, obwohl ihm Fridr. W.Ehr. den Grund meldete. Nachdem er die dritteAttacke vergeblich mitgeritten, suchte er nun imFeuer längs des Baches eine passierbare Stelle.Dabei erhielt er den Schuß ins Knie, an demer in Prag starb.

Bei Bautzen, Goldberg, Katzbach und Leipzigerging es dem Regiment besser, aber bei Möckern16.16.1813 erhielt Fridr. W. E. einen Schußin den Hals, indes konnte er, wenn auch nochim Wunöverbande, in Frankreich bald wiederzum Regiment stoßen und führte es nun bisEhauteau Thierry. Dort bildete es die Nach-hut zusammen mit den nun von Platen ge-führten litthauischen Dragonern. Sie wurdenhart bedrängt, beide Kommandeure wurden imHandgemenge schwer verwundet, Platen durcheinen Säbelhieb über Gesicht und Brust, F r d r.W. Ehr. durch einen Pallaschstich durch denLeib, nur deshalb nicht tödlich, weil die Hunger-leeren Geweide ausgewichen waren. Auf demVerbandplatz versöhnten sich die alten Gegnerhändeschüttelnd.

Seit 29. 1. 1814 dem Kommando I A. E.attachiert wurde Fridr. W. Ehr. 3. 3. 1815Generalmajor, dann nach dem Frieden 1815Kommandant von Neiße und Inspekteurder Reserve-Kavallerie jenes Bezirks. Außerden Wunden hatten die Freiheitskriege ihm zuden früheren Kriegsorden das Eis. Kreuz I. undII. Kl. und den ruffischen Annen Orden II. Kl.eingetragen. Hierin hatte er seinen Vater OttoEhristian also noch übertroffen. In Neiße blieber bis zum Jahre 1826, aber schon 22. 2. 26schloß der Abschied seine militärische Laufbahn.

In Neiße war seine älteste Tochter, die inInsterburg 24. 4. 1799 geb. Ottilie Henriettezfrancotle die Braut des aus Frankreich zurück-kehrenden Majors Earl Friedrich B l u m e nund zu Breslau 26. 11. 1826 seine Frau ge-worden. pyritz war die Garnison des damalsvon ihm kommandierten Bat. 21. Inf. Rgts.Er konnte 1833 als Brigadegeneral in Posenseine 56jähr. Dienstzeit feiern, war zu Schweidnitz5. 1. 1884 geb. und f Frankfurt a. O. 23. 6.1857, wo auch seine Gattin 11. 2. 1861 si.Seine Erinnerungen sind bei G. Wiegand 1964Leipzig erschienen, betitelt:von Jena bisNeiße."

Ebenfalls in Insterburg im Jahre 1866 wareine Tochter Manca geboren, die aber schon1812 in Berlin, wo die Familie Frdr. W. Ehr.von 181615 wohnte, starb. Auch das 3. Kindwar eine Tochter: «Lora Nlbertine gb.Insterbnrg8. 7. 1862 < f 14.1. 1896 Dessau), die zu Danzig36. 12. 1834 den in Spandau 36. 12. 1862 ge-

Die ostpreußischen Umichs.