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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
153-154
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Die ostpreußischen Unruhs.

und zum Schluß je 1 Töchterchen. Die älteste.'Barbara Qbarlotte war 1726 erschienen, ihreBlüte traf also grade in die beginnende großeKriegsperiode; sie blieb unvermählt und lebtebis in den Anfang des lg. Jahrhunderts hinein,bei Rindern und Enkeln ihres Bruders OttoChristian als die ..alte Tante Barbara" beliebt.Auch die jüngste 1743 geborene Nlberttne bliebledig und hatte kein glänzendes Alter, dieKriegszeiten hatten fast alles verzehrt und fürsie war grade noch soviel übrig geblieben, sichin das Bronikowskistift inKönigsberg einzukaufen.Dort ist sie angesichts des Hereinbruchs der aller-schwersten Zeiten 1807 gestorben.

Der ihr zunächst stehende Bruder FriedricbAugult, geboren 1739, fiel während des 7jähr.Krieges, die Nachrichten schwanken, ob von derKugel eines Feindes oder eines Duellgezners.von dem ältesten Bruder aber, dem am 5. März1728 geborenen 'Deinricb Carl Tudzvlg, dermit 14 Jahren als Gefreiter Korporal im Rgt.Kanitz mit in den schsesischen Krieg zog, mit18 Jahren Unteroffizier in Rastenburg beim Rgt.Schlichting war, 1759 als Fähnrich wieder zumRgt. Kanitz kam, wo er kurz vor Beginn des7jährigen Krieges Leutnant wurde, und ani6. 6. 1759 premierlcutnant, steht es fest, daß erin der Schlacht bei Kunersdorf den Ehrentodfand.

von den Söhnen blieben nun nur noch GttoLbriltlan aus I. Ehe geboren 27. 8. 1730 undCarl Wernbard aus II. Ehe geboren 1735übrig. Beide waren Offiziere und während siedraußen in Schlesien, Sachsen, Böhmen und derMark fochten, starb im Spätherbst 1759 derVater lvolff Christof. Den Söhnen, dienun ja auch für die beiden Schwestern Barbaraund Älbertine zu sorgen hatten, blieb nichtsübrig, als vom Feldzuge aus, nachdem die Kundesie erreicht und sie sich verständigt hatten, dieGenehmigung zum verkauf des Gutes zu erbittenund die sonst dazu nötigen Anträge bei den Be-hörden zu stellen. Aber in jenen Zeiten fandsich kein lchnsfähiger Käufer. Ein zur freiwilligenVersteigerung angesetzter Termin verlief ohnejegliches Gebot. Man kann sich denken, inwelchen Zustand der von durchziehenden Russenwiederholt ganz ausgeplünderte Besitz nachgradegeriet. Ein ehemaliger lvirtschaftsaufseher hattesich endlich gefunden, der das Gut für 550 Guldenjährlich in Pacht nahm. Dieser schmale Ertragreichte aber noch nicht einmal zur Deckung derKriegssteuern aus; nach und nach wuchs dieSchuldenlast bis 14000 fl. in Abwesenheit derErben an. Hofrat David Hoyer in Königsbergsorgte nach Kräften, aber es gab keine andreMöglichkeit mehr, der verkauf mußte um jedenpreis durchgesetzt werden. Endlich gelang esihm, die Königl. Genehmigung dazu zu erwirken,daß ein bürgerlicher Käufer zugelassen werde.Die Allerh. Kab.-Ordre war vom 11. 1. 1763,niemand konnte voraussehen, daß dasselbe Jahrnoch den Frieden bringen werde. AlbrechtMichaelis erstand lvodunkeim für 13120 st., dienicht einmal die Schulden deckten; sein Sohn hat

es 1787 für mehr als den doppelten Preis aneinen Ltnt. v. Rohr verkauft.

Carl Kernbard war am 1. 4. 1751 alsGefreiter Korporal ins Jnf.-Rgt. (2) Kanitz zuAngerburg getreten, 15.9 1757 Fähnrich, 13. 9.1759 Ltnt., 18. 12. 1765 Prltnt., 4. 11. 1771Stabskpt., 3. 4. 1773 Kpt. geworden. Am27. 11. 1778 ward er Major im Rgt. Stutter-heim s2.). In Königsberg lernte er NugulteT,ucie v. Hardt, Tochter des dortigen provinzial-Steuerdirektors kennen und sie ward sein lveib.Aber zur Fortsetzung seines Soldatenberufs reichteCarl Bernhards Gesundheit nicht mehr langeaus, ein Schlaganfall zwang ihn, am 7. 3. 1786den Abschied zu nehmen. 200 Thlr. betrug seinePension nach 35 jähriger Dienstzeit. Der ZVunsch,wieder auf eigener Scholle zu wohnen, fübrte1787 zum Ankauf des Gutes Lyckeim, auch Lickaimund Liekeim geschrieben, nebst IVolla im KreiseAngerburg, das in den Besitz des Prov. Jnsp.Joh. Ludw. Langlacs und seiner Frau Adelaidev. Henauin gekommen war; er zahlte dafür15000 Thlr. nebst 133 Thlr. 30 Gr. Schlüssel-geld. Hier trat Carl Bernhard das vorhinerwähnte Erbe nach der Ivitwe seines OnkelsChristian Gottlieb an; hier wurde ihm auchdas um 1774 in Königsberg geborene TöchterchenAugulte Älbertine Frtderike zum Sonnen-schein seines Alters. Aber etwa 1792 schloßseine Gattin die Augen, dadurch wurde das GutErbe seiner Tochter, er traf aber mit ihrenVormündern ein vom Könige als Lehnsherrn2. 6. 1794 gebilligtes Abkommen, wodurch erBesitzer wurde, die Tochter jedoch eingetrageneGläubigerin und seine Erbin blieb, lvie esnun gekommen, daß sie den schwedischen Haupt-mann Ludwig Ferdinand Sjöholm, Sproß eineralten schwedischen Adelsfamilie, kennen lernte,ist bisher unermittelt geblieben, genug, sie heirateteihn 1802; er soll dann in preußische Diensteübergetreten und schließlich Oberst geworden sein.Als solcher starb er 1810, ein Jahr später folgteihm auch seine einsame kinderlose Ivitwe, ohnedaß über ihr Lrbe irgend etwas verlautete. DerVater Carl Bernhard war in Lyckeim kurzvor ihr 12. 2. 1810 gestorben.

In Gtto Qbriltlan zurückkehrend müssenwir zunächst noch seines unvermählt gebliebenenOnkels Heinrich Rudolf auf Gtten ge-denken, der seiner Anna Gymboschin Treue be-wahrte, aber auch so treu zur Familie hielt, daßer seinen Besitz Btten mit allem sonstigen ver-mögen dein Neffen Btto Christian ver-machte. Er mochte ihn wohl deshalb vordem anderen Neffen Carl Bernhard bevor-zugen, weil er sich schon als Leutnant besonderstapfer ausgezeichnet, als junger Kapitän sichden Verdienstorden (pour 1s Msrlts" sagteman damals nicht!) und nachher noch vieleandre hohe Auszeichnungen vor dem Feindegeholt hatte. Er war August 1748 als Fahnen-junker in Königsberg beim Drag. Rgt. (6)Schor-lemer eingetreten, April 1751 Fähnrich, 16. 8.1756 Lentnant, infolge Auszeichnung vor demFeinde schon 2. 9. 1758 Prem.-Lcutnant, dann