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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
149-150
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Töchter auch mit guter Erziehung und solchenMitteln aus, daß sie nachher beide ganz gutepartieen" machten.

Tragischer verlief ZobaiM George's Geschick.Als fröhlicher 13 jähr. Knabe hatte er am 17.12. 1713 wie schon oft mit seinem 9 jähr. Dors-gespielen militärische Übungen nachgeahmt, dies-mal dazu aber des Vaters Gewehr von derlvand genommen, das unverantwortlicherweisegeladen und ungesichert gewesen sein muß. Hattees das Kindergemüt noch nicht genug erschüttert,daß er nun plötzlich seinen liebsten freundblutend vor sich zusammenbrechen und verscheidensah? Aber das Wesen jener Zeit was mitleidlosund hart. Immerhin hatte der Vater recht,wenn er seinen Sohn vor den Justizschreckenbewahren wollte und deshalb an den König dieBitte um milde Bestrafung richtete. Die Ent-scheidung vom 13. 1. 1714 klang milde genug,war aber doch verhängnisvoll und höchst un-pädagogisch, indem sie lautete, der Junge soll imBeisein des Pastors vom Vater oder dessenBeauftragten mit einer gehörigen Tastigationbestraft werden. Der König scheint selbst gefühltzu haben, daß solche Entehrung den ganzenLebensmut des jungen Edelknaben brechen könne,wenn er wie ein Leibeigner sich prügeln lassenmüsse, deshalb schrieb der König an den Rand:jedoch ohne Erlat und soviel wie möglich in derStille". Ein scheues melancholisch insichgekehrteslvesen ist aber doch in dem Unglücklichen zurück-geblieben; das spricht gleichsam zwischen denZeilen aus allen seinen noch vorzufindendenÄußerungen, ja aus seinen: stets verzichtendenWesen. Er wird Soldat, aber ohne Freude undbringt es deshalb auch nicht weit. Still lebte ereine Zeitlang in Pinnau bei Treuzburg, KreisHeiligenbeil, 1739 ward er Ltnt. und Adjut. imKönigsberger Garnison Regiment und nahm1737 als Hauptmann den Abschied, scheint auchbald darauf gestorben zu sein. Im Alter seinemBruder Thristian Gottlieb vorgehend,nimmt er bei der 1729 und 1739 stattfindendenErbteilung die ihm gebührenden Güter, da eraber merkt, wie gern der andre sie hätte, ver-zichtet er willig und rasch. <Db die grade injener Zeit mehrfach ergangenen Konsensver-weigerungen zu Leutnantsheiraten auch ihnangingen, möge hier uncrörtert bleiben. SolcheKonsense waren erst durch die Deklaration vom23. 4. 1799 zum Mandat vom 39. 11. 1697über die Heiraten Adliger vorgeschrieben.

Auch des Bruders GbrtMan GottllebSchicksal bot des tragischen genug. Nach zehn-jähriger Dienstzeit ward er 17. 7.1728 Leutnant.Als die Mutter am 28. 12. 1728 gestorben war,die der Vater nur kurze Zeit überlebte, übernahmer gemäß elterlichen Testaments vom 13.4.1719und brüderl. Erbvergleichs Bregden und Stein-hoff Gabditten usw. nahm 1739 wegen Podagraden Abschied als Prem. Leutenant und heiratete1732 die Tochter Dorothea des Vbrist ChristophMelchior v. Taubenheim auf potlitten,Adl. Kütten und Sporwitten. 3 Söhne Gbrlltlanwelnrtcb Hdelcblor geb. 1733, Gottlieb

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Georg Fabian geb. 1736 und Zacob FriedrichL,Udvvig geb. 1741 schienen diesem Hause Dauerund Verbreitung zu sichern. Da brach die Kriegs-furie herein, auch Thristian Gottliebtrat wieder ein, er wurde 16. 19. 1757 Major.Alle 3 Söhne zogen mit hinaus, keiner kamwieder. Den einen, wohl den jüngsten sollenvor dem Feinde die Nerven verlassen haben, sodaß er mit Ehren nicht weiter bestehen konnte,von den beiden andern heißt es im Testamentdes 24. 4. 1763 als «Oberstleutnant pensioniertenVaters vom 22. 19. 1765, daß, wenn sie nocheinmal wiederkämen, ihnen zu gleichen Teilendas vermögen aus dem Erlöse der mittlerweile1764 verkauften Güter zufallen solle, andernfallsnach der Mutter Dorothea Tode der NeffeCarl AZernbard alles erben solle. Zehn Jahrehaben die Eltern auf die Rückkehr der Söhneseit Beendigung des 7 jährigen Krieges oderwenigstens auf irgend ein Lebenszeichen einsamgewartet. Da starb der Vater 1773Bbrist-wachtmeister" Christian Gottlieb undweitere 18 Jahre vergehen der nun ganz ver-lassenen Nutter. Da sie auch ihr Ende nahenfühlt, schreibt sie aus derNeuen Sorge zuKönigsberg neben Herrn StadtgerichtsassessorHöpfners Hause den 39. 9. 1791", an das Gericht,es sei nun Zeit, ihren Nachlaß auf CarlBernhard zu übertragen, dennobzwar ihreSöhne 1777 nach ergangener Edictal Vorladunggerichtlich vor todt erklärt," habe sie immerweiter, aber nun doch vergeblich gehofft.Dann ist auch sie bald dahingegangen undwieder war ein Reis des großen Stammesabgedorrt.

von Wulff Heinrichs Söhnen wardallein der zweite MolK Gbrlltok der Stamm-halter des Geschlechts in Gstpreußen. Für ihn, dernoch 1717 Fähnrich im Rgt. Seydlitz z. F. war,hatte der Vater das Gut Wodunkeim ausersehen.Es bestand ursprünglich aus Groß und KleinWodumpken, die vom deutschen VrdenshochmeisterHeinrich Reuß von Plauen 1469 an Cunze vonLangenhennicken und am 15. 3. 1516 und 26.5. 1534 an die Familie, die sich damals pominkeschrieb, verliehen waren. In späteren Schrift-stücken liest sich der Name schon wie Poninski.Dies Gut im Amte Rastenburg hat VstwaldKarwich vermessen und seinem vom 27. 11. 1694datierten Vermessungsregister, wonach es 19 Hufen18 Morgen und 186 Ruthen groß war, aucheine kleine Ansichtszeichnung vom Gutshofe bei-gefügt. Darauf hatte dieses eine sprechendeÄhnlichkeit mit den heute nur noch in abgelegenenGegenden Posens und Westpreußens zu findendenbäuerlichen Abbauhöfen. vorn ein kleines ein-stöckiges Strohdachhänschen, mit je 2 Fensternbeiderseits der Haustür, als gutsherrlichen Ritter-sitz, auf der einen Langseite des mit Pappelnumsäumten Hofes eine kleine Scheune, auf derandern ein kleines Stallgebäude, beides auchunter Strohdach und hinten gegenüber dem Wohn-hause einen kleinen offnen Schuppen für Wagenund Geräte, daneben ein Tümxelchen für Gänseund Enten und hinter dem Stall ein durch

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Die ostpreußischen Nnruhs.