Die Niederlausitzer Unruchs.
erwähnt. Ende ZS82 heiratete er als z. Fraueine Anna Katharina (auch A. Christiane ge-schrieben), deren Familienname aber nirgendsgenannt wird. Von ihr wurde 2. 12. 33 AnnacklZarbarn — später die letzte U. aus Mednitz —geboren und 22. 3. zs Delene (Sdargaretbe.bei deren Taufe Gotlkrid Nlbrecdt Pate war.Diese Tochter scheint früh gestorben, auch dieMutter starb 30. 3. So.
Mit den vettern auf dem benachbarten Gorbgab es auch mancherlei Zwist. z. M. 82klagt Joachim Philipp gegen JoachimAbraham-Gorb auf Heransgabe der zuMednitz gehörigen Urkunden, verschiedener Geld-abrechnungen und einer zu Unrecht in Gorbbehaltnen Lade seiner fMutterH. Auch Nutzungs-und Pachtgelder waren von früher her streitig,so daß 4. t l- LS und 23. 9. 89 darüber gerichtlichverhandelt wird. Die bedrängte Lage JoachimPhilipps erhellt deutlich aus vielfachen Schuld-klagen, amtlichen Stundungen, da Boberüber-schwemmungen die Ernten oft schädigten-).
Seines 3. Witwerstandes überdrüssig ließ sichJoachim Philipp 28. 6. 90 von derschmucken Bancrntochter IKollnn Felsche ausdem benachbarten Dittersbach ins 4. Ehejochzwingen. Sie ward aber eine gute Mutter,tüchtige Hausfrau und auch bei den vetternhoch geachtet, so daß sie dort mehrfach Patewar.
tSy? regte den alten Herrn ein Jagdstrcitgewaltig auf. Die Saganer Kammer bestrittihm plötzlich das Recht auf die Hasenjagd. Daliefert er eine lebhafte Darstellung aller ihmbekannten Erb- und Rechtsverhältnisse unddadurch eine gehaltvolle Gelle für die Forschung.Aber es half nichts, die Kammer nahm ihmlv. Z2. 9? die Jagd und ließ ihm nur denVogelfangs). Das ertrug er nicht bei seinensonstigen Altersleiden, zz. 2. M9S hinterließ erseine geliebte Rosine mit 2 Knaben, dem 3.s. 9t. geb. Aoacblm Deinrlcb und dem 2?.8. 93 geb. Zobnnn Abrnbnm, und der bald13 jähr. Stieftochter Anna Barbara, derenKurator Hans Ernst Tschcchau wurde.
Leiden Söhnen blieb bei deni schmalen Besitznichts übrig als der Soldatenbcruf. JoachimHeinrich starb 19. U> 12 >2 im Feldzuge amRhein zn Asbach bei Neuwied, noch auf demTotenlager das Bekenntnis seiner Väter ver-lassend. Johann Akra Hain starb ebenso20. 4. 1?13 zu Freiburg im Breisgau. DasKirchbuch sagt: „s. saiiatis rits provisusobiitvoiw. ckoliuiniKdruiiurii ckslcknrnvlr,sndokkrarul. Irralyti RsZ. sspultus inrnsjors ncistru Rssrlrlrs"
Alsbald nach I 0 a ch. p hil.'s Tode hattelvtw. Rosine sein Testament vorgelegt, wonachsie selbst sein Mednitz erben sollte, was natürlichAnna Barbaras Kurator, wie die Vormünderder Söhne anfochten^). Einstweilen blieb aber
9 Ebenda. 161.
-> Ebenda. III. 8 a und k. S7.»> Ebenda. III. 11. I. soi.
9 A. Breslau. Sag. III 8 4
Rosine auf Mednitz, klagte auch mit Erfolg dasein, was die Seelstrangs noch an Mitgift für dieerste Frau ihres Mannes schuldig waren H, siewurden 2. s. 120s zur Zahlung verurteilt. In-zwischen hatte der Lobkowitzsche Amtssekretär,spätere Kanzler Nonner die Sachlage und auchAnna Barbara kennen gelernt, lvohl aufseinen Rat klagt sie 1. 9. 1202 auf Nichtigkeitdes väterlichen Testaments und erzielt Umstoßungwegen sichtlicher Rechtsfehler. Nun heiratete sieNonner und als Erbin ihrer Stiefbrüder wardsie Herrin auf Mednitz. Ueberdies hatten schondurch einen Geschwisterverglcich voin 14. 2. 1209die Brüder ihr gegen Abfindung alle Rechte anMednitz eingeräumt. — Wo Rosine blieb, istnicht ersichtlich. Anna Barbara Nonner wirdnoch l2S3, als Schlesien längst preußisch geworden,als Erbfrau auf Nieder-Mednitz in den Stände-listen verzeichnet
Noch ungeklärt ist die Herkunft der „AgnesDorolben geb. 0. u. a. d. H. Mednitz, verw.Hans Frdr. v Holly", die zu Namslau l3. 8.I220 den Lhevertrag mit Kasp. Heinr. v. Näfeund Gbischau schloßt).
Der ^weig Krödetwih.
Lucä, Sinapius u. a. leiten die BrödelwitzerU.'s von Großenbohrau ab. Aus Sigmund-Brödelwitz Grabrede 1624 setzt ein andrer^)einen Stammbaum zusammen, wonach ein miteiner Nibelschütz-Rittschütz verheirateter U.-Weng-stadt sein Großvater gewesen sein soll. Möllern-Krossen, der es aus eigenster Erfahrung kannte,hat uns gesagt, was von solchen Angaben zuhalten ist. Nach den Urkunden ist kein Zweifel,daß der Vater der Brödelwitzer über Großen-bohrau vom Sorau-Niederlausiher Stamm ab-zuleiten ist, dessen langjähriger Zusammenhangmit den Bibersteins überzeugend mitspricht.
Sigmund von Brödelwitz, Kanzler desGlogauer Hauptmanns Biberstein wird 18. 3.1330 — doch aus verwandtschaftlichen Gründen —Vormund der an Hans Scholz verheir. Marz.Ltzel-Schönwalde zu Saraus. Zweifellos derselbeSigmund ist es, der zu Glogau 20. 9. 134»als „Sigmund . .. von Großenbohrau,Kanzler des Glogauer Hauptmanns HieronymusBiberstein", urkundet, daß Georg Schlichting seineSchwester Anna zur Alleinerbin einsetzt^). Gewißhatte Sigmund damals sein Brödelwitz schonseinem Sohne (IdLlcdior übergeben, der nach derfrühesten von ihm bekannten Nachricht von seinerFrau kvargaretbe Haugwitz t3. 9. 1333 denobengedachten Sohn Sigmund hatte, der I624am 20. 3. starb. Der alte Sigmund nanntesich also 1344 nur nach seinem Lehnsmitrechtan Großenbohrau. Er ist dann Stistsvogt desKlosters Leubus geworden, zwischen Wohlan und
9 Sl. Breslau Sag. 11 f. Sgl.-> A. Breslau. Brieg III 20. S. Sl.-) A. Sal,r.
9 Neues Lausiher Mag. 77. IIS.°1 A. Brsl. Glog. III 16 f. 46.