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Die Niederlausitzer Unruchs.
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Auch Heinrich litt unter der Not der Zeit.Ausgeliehene Gelder konnten nicht eingezogenwerden z. B. Z50 Thl. bei Hans LatowskU), beiAbt Paulus in Sagan mußte er Schulden machen^),Helene Promnitz geb. Rockel wurde 8. z. 50vergeblich um ?oo Thlr. von ihm verklagt^), aberKatharina Tschirnwitz drang mit ihrer Ab-stattungsklage gegen ihn, den Bruder, 2?. 5. 50durch. Die vettern Gebr. Adam und I o -achim klagten gegen ihn Z500 Thlr. für die Med-nitzer Mühle, die er von Philipp erworben,25. 8. 2? ein.
Für Margarethe Rebecca Kittlitz geb. Promnitzauf Aunzendorf hatte er gut gesagt, 27. 5. 50wird er zur Zahlung verurteilt). Die Bedrängniszerriß alle Bande der Verwandtschaft undFreundschaft. Ts half wenig, daß er seiner FrauSofie zo. 6. 2H Leibgedinge eintragen ließH,ZS5Z seine Lehnrechte auf Billendorf anerkanntsahF) auch ZS55 und Z? sorgfältig die andernLehnrechte zu wahren suchte. Als er 25. 5. 59starb, hatte der Krieg sie alle so verarmt, daßder Sobn Sigmund, wenngleich der einzige,sich auf dem Besitz nicht hätte halten können,wäre nicht (Schwager?) Albrecht Seelstranghelfend eingetreten, der darüber selbst in Notgeriett)
von den 4 Söhnen des zso? gestorbenenSigmund verschwindet uns zuerst der jüngste,Thristof. Der Lehnbrief vom Z. 2. ZS29nennt nur noch Heinrich, Balzer undHans.6) Also war Thristof entweder schongestorben oder abgefunden und fortgezogen.Anscheinend ist er der Pfarrer zu Malchow beiRuppin, von dem ein Kammergerichtserkenntnisvom Z5. 5. ZS5Z sagt?): In Sachen Thristofvnruhen Pfarrer zu Malchow, Kläger gegenThristof v. Zieten am andern Theile geben dieRäthe zum Bescheid, daß der Zielen die Zahlungder 250 Thl. Tourant, darauf er bor seine Stief-tochter Elisabeth v. Zieten, Adam von Totze-backen eheliche Hausfrauen gebürget, von der-selben dem Kläaer an Kapital und Zinsenzwischen diesem Dato und nächstkommende Mi-chaeli zu verschaffen und zu zahlen habe.
Auch Hans, der 5. der Brüder, ist im neuennach der Wallensteinschen Herrschaft unter Lob-kowitz s. 4. 54 ausgestellten Lehnbrief nicht mehrbelehnt^), anscheinend ebenfalls durch versprochneAbfindung zum Ausscheiden bewogen und Soldatgeworden. 24. Z. 50 taucht er wieder bei derAuflassung von Beinsdorf an einen Rackel auf,nachdem er 22. 5. 4z endliche Zahlung der Ab-findung gefordert. Er braucht Geld, um inPolen eine in Aussicht stehende Stellung zugewinnen, hat aber noch immer „keinen Heller"von seinem Erbe erhalten.2) Fortan bleibt er
A. Brsl. Sag. III s «.
Ebenda 11 f. 4.
2>1 Ebenda 11 e.
Ebenda 14 e.
°) Arch. Lobkowitz-Randnitz.ej Hzgl. Arch. Sagan.
1) A Bertin R. S7. 1. Sentenzbüchcr,e> Hrzgl. Arch. Sagan.
°) Arch. Lobkowitz, Raudnitz.
verschwunden, ZS50 wird er als verstorbenerwähnt, von Balz er ist nichts mehr zu hören.Nur der älteste, Heinrich blieb in Mednitz,heiratete 25. zo. 55 Susanne Kittlitz, derenSohn Zoacbim Milipp — geb. 50. zo. 58 —dann der letzte männliche U. auf diesem AuteilMednitz wurde.
Auf dem andern Anteil kam dem von Seel-strang unterstützten Sigmund zu statten, daßAndreas Möllern 6. 5. 4z starb. Die SaganerLehnskammer wollte das Gut einziehen, ließ esaber zuvor besichtigen und schätzen. G. Seb.Ienisch berichtet aber 25. 2. 42, es sei völligverwüstet, leer und ertraglos. Um es vorKonfiskation zu schützen, ward es zs. 7. 4s fürwenige Groschen dem Amtmann Miesncr inPacht gegeben, der darauf z. zo. 4ö den Lehns-eid leistete^. Auch er konnte sich nicht halten.Als der Friede kam, machte der junge Sigmund,der 25. zz. 42 lSva Luck geheiratet, seineLehnsrechte geltend und wurde Z5. 5. 49 belehnt.Aber auch Sigmund konnte nicht bestehen.Joachim Luck, ihm doppelt verschwägert, denner hatte Sigmunds Schwester Salome ge-heiratet, wollte helfen. Er zog Z655 als Pächtermit nach Mednitz, denn Sigmund erlag demElend schon Z650, zwei Söhne hinterlassend:Dbilipp Abraham (auch Adrian geschrieben)und Ikaspar Ibelnrlcb, deren VormundJoachim Luck war. Z2. s. 5Z mutete er Lehnfür sie 2). Beide suchten schon jung auswärtsKriegsdienste, denn in Mednitz gab es keineHoffnung mehr. Luck gab endlich den aussichts-losen Kampf mit Not und Elend auf. 7. z.ZS7Z kam der verkauf an die Saganer Kammerzustande. Dabei waren erschienen: Sofie diegreise Mitwe des ZS59 f Heinrich, KatharinaTschirnwitz, Salonie und ihr Mann I. Luckals Vertreter der abwesenden beiden Neffen undder Erben von Heinrich Sigmund (NiederUllersdorf) und Hans Sigmund (Meißig).Nachträglich mußte auch Joachim Philipp25. 8. 7Z dem Verkauf beitreten und allenRechten entsagen. Mir übergehen die zahlreichenVermögens- und Abstudungsklagen^) zwischenden verwandten, über deren weitere Geschickedaraus nichts zu entnehmen ist.
Der allein auf Mednitz übrige ZoacbtlNObilipp hatte um zsso eine Seelstrang ausGladisgorb geheiratet, die aber samt Kind zkszstarb. 25. 7. S5 schloß er den Ehebund mitÄrlula Ibelene Knobelsdorf, deren MutterHelene Perpetua K. geb. K. ihm 500 Thlr.Mitgift aus ihrem eigenen vermögen, aber mitder Bedingung zusagt, daß das Geld zurückfällt,wenn die Tochter ohne Kinder sterben sollte,von Kindern findet sich nichts erwähnt, aberals diese 2. Frau ZS82 starb, klagen die Knobels-dorf um jene 500 Thlr., werden aber 5. zo. 85abgewiesen H. In der Zwischenzeit ist JoachimPhilipp mehrfach als Kirchenxatron und Pate
9 A Brsl. n. I. XII.
-> Hzgl. Arch. Sagau.
-> A. Brsl. Sag. III. 11.1.
9 A. Brsl. Sag. III. 11. I. 147.