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geworden, ein schwacher ältlicher Herr. KurfürstAlbrecht Achill gab ihm tH72seine to jährige TochterBarbara zur Frau. fand bezeugtes Bei-
lager statt. Ausbedungen war bei der Ver-lobung, daß ganz Glogau, Sagan, Krossen,Scbwiebus, Jüllichau an Brandenburg fallensollte, wenn Heinrich ohne Kinder stürbe, wiezu erwarten war. Aber tH7Z verkaufte er Saganfür ssooo Dukaten an die sächsischen HerzögeErnst und Albrecht, die dafür Lehen vom böh-mischen König nahmen. Drei Schwestern HerzogHeinrichs, an drei Herzöge von Münsterberg ver-heiratet, hätten schließlich auch Erbansprüche er-heben können. Die Brandenburger Zollernwußten sich aber heranzuhallen. von HeinrichsLeibarzt Meurer benachrichtigt, daß es zu Endegehe, griffen sie zu. Am 22. 2. t17S starb dieserletzte Piast in Sagan, Albrecht Achill ließ dasLand besetzen, am 28. 2. ging Eleander vnruwals Gesandter der jährigen HerzogswitweBarbara an die sächsischen Herzöge ab und dieHändel wie das Handeln begannen. BlutigeÜberfälle zwischen den Brandenburgisch gesonnenenKrossenern, den Glogauern, die zu Böhmen, undden Grünbergern, die zu Schlesien hielten, ver-wüsteten das Land. König Matthias Hunyadesschickt Stephan Zapolya vor, der Züllichau,Krossen, Sommerfeld und Bodelsberg erkämpft.Schließlich nimmt Matthias Geld und derBrandenburger tI82 Krossen nd Züllichau inPfandbefitz. In der Nicderlausitz herrschten aberals böhmische Vasallen die Polenz und Biber-steins; erstere hatten ihre Rechte großenteilsschon t-l22 an Brandenburg verkauft, ver-kaust Nickel Polenz dorthin auch Schloß, Stadtund Land Kottbus für ssoo Schock böhmischeGroschen. Die Bibersteins nehmen zq»2 fürihre Gebiete Sora», Beeskow und Storkow Schutzvom Brandenburger, der sich „für den Fall"huldigen läßt. Aber noch war Hans Biber-stein Herr der Lande Sarau, Beeskow und Stor-kow, die er t2l,8 an Bischof Dietrich von Lebusverkauft. Kunersdorf hatte er ts>7 an denWalmersdorfer Georg Maxen verkauft, dem der-selbe Bischof es tö22 abkauft.
Der Pfandbesitz der Brandenburger an Krossen-Züllichau dauerte bis töZS, dann nahmen Kur-fürst Joachim II. und Markgraf Hans von Küftrindiese Gebiete vom Kaiser Ferdinand und derKrone Böhmen als erbliches Lehen. t57H warddas Land der Kurfürstin Witwe Katharina zumLeibgedinge bestellt. ts?8 nimmt die Kurf,lvitwe Elisabeth, deren Mann Johann Georgihr Silbergeschirr zu Geschenken verwendet hatte,das Fürstentum Krossen nebst Amt Züllichau undRodersberg in Besitz und residiert auf SchloßKrossen, von i s?z an hatten Krossen, Züllichau,Sommerfeld Kottbus und peitz zusammen einenbesonderen Landtag. Aber Schwiebus blieb beiSagan, bis t686 der große Kurfürst es ein-nahm. Bis zsg-t erscheint es in den Kurfürst-lichen Konsens- d. i. Grundbüchern als „inkor-porirter Kreis," dann muß es an den Kaiserzurückgegeben werden. Erst Art. XI des Ber-liner Friedens vom 28. 7. t7»2 hebt die böh-
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mische Lehnsoberhoheit auf, erst t7SZ wirdSchlesien endgültig preußisch, Sagan völlig erstnach Mediatisierung der Herzöge t3tZ.
Nicht einmal Krossen Züllichau blieb denBrandenburgern unbestritten, tSt4 überläßt derböhmische König Wladislaw Krossen Züllichauund Sommerfeld an Herzog Karl von Münster-berg, der sein Recht ;5t7 an Kurfürst Joachimabtritt. Zur selben Zeit räumt der deutsche Brdenunter Herzog Albrecht in Preußen den Branden-burgern seinen Teil der Neumark ein, tö22 er-steht Bischof Balthasar von Breslau, ein Prom-nitz ans Lossendorf bei Freistadt, dem UnruhschenHerwigsdorf und anderem Besitz benachbart, fürseinen Vetter Promnitz den pfandbesitz der Herr-schaften Pless in Gberschlesien und Sorau-Nieder-lausitz. In Sagan zieht Herzog Moritz von SachsentS. M- t2I0 ein, ts-ts nochmals zusammen mitHerzog August. Aber der Kaiser möchte es selbsthaben, deshalb tauschen die Sachsen tSHg Sagangegen Lilenberg ein. Doch der Kaiser braucht Geld,Markgraf Fridrich von Brandenburg schießt esvor und nimmt dafür ;5SZ Sagan mit Schwiebusin Pfandbesitz. Da Ferdinand von Böhmen tSZtden Brandenburgern das Lehen über KottbusPeitz, Teupitz, Bärwalde, Gr. Lübben und Zossenbestätigt hatte, durften sie auf Zusammenschlußihrer neuen Gebiete hoffen, wenn es gelang,Sommerfeld, Guben, Sora» hinzu zu erwerben.Aber bar Geld lacht und Ferdinand nahm schontS58 für völligen verkauf von Sarau S8000 Thlr.von Promnitz. Sarau war also wieder denBrandenburgern entrückt und mit demselbenGelde nimmt Ferdinand ihnen auch Sagan-Schwiebus einlösend wieder ab. Nur 5 Jahrbleibt es kaiserlich, dann wieder ein Schacherund Seyfrid Promnitz wird Pfandherr überSagan bis t585. Dann wieder kaiserliche Ver-waltung, tS28 wird Wallenstein Herzog vonSagan, nach seinem Sturz herrscht Fürst Lob-kowitz usw.
In der Niederlausitz blieben die Branden-burger böhmische Vasallen, noch tssy erschienMarkgraf Hans als Vertreter von Beeskow-Storkow auf dem Landtag zu Lübben. Land-vogt der Niederlausitz war tHgZ Markgraf Hein-rich von Meißen gewesen, t5yst wurde es HeinrichAnselm Promnitz. ;so2 kaufte er Dobrilugk.lött fordern die Niederlausitzer Fürsten undStädte, wieder einem deutschen Kanzler unterstelltzu werden, wogegen der böhmische Bberstkanzlerlebhaft protestiert. Aber tSZS werden beide Lau-sitzen an Sachsen abgetreten und Kurfürst GeorgWilhelm von Brandenburg weigert sich, nunferner an den Lausitzec Landtagen als Vasallteilzunehmen. In Krossen Züllichau macht tö2»räuberisch umherziehendes Kriegsvolk das Landunsicher, tS2Z fällt raubend ein Schwärm Ko-saken ein, t62Z müssen die das Land „schützen-den" Reiter Piccolominis ertragen werden.
Und gerade in diesem auserlesenen Schau-platz strudelnden, brandenden politischen und dannauch konfessionellen wüsten Wirrwarrs hattendie niederlausitzer, niederschlesischen und ueumär-kischen U.'s den Kampf ums Dasein zu bestehen.
Die Niederlausitzer Unruchs.