Die Neumärker Unrugher.
1796 geb.. heiratete 1317 und starb 27. 1. 1870.Der Ehe entstammen 6 Kinder: Auguste, geb.9. 2. 1818. vermählt Berlin, 4. 9. 1887 mit demspäteren Ober-Medizinalrat und Herzog!. LeibarztOr. Schiegnitz, sie -sin Koburg 1890. 2.Maria Magdalena geb. 17. 9. 1819, s un-verm. 6. 6. 1392 zu Kalzig. 2. Carl LeopoldRudolf Hans geb. in Berlin 27. 10. 1820f jung. 4. Hans Wilhelm geb. 26. 8. 1825,f 23. 4. 1894 in Heinersdorf. 5. Marjannegeb. 6. 10. 1829, s- unverm. in Ziillichan 17. 3.1896. 6. Clara geb. in Charlottenburg 21. 7.1832, verm. 2. 10. 1852 mit Otto v. Sydowauf Kalzig s-4.1. 1887. 7. Hans Alfred OttoHermann geb. 17.10. 1836 s- als Rittmstr.a.D.26. 7. 1895 zu Heinersdorf, verm. mit Mariev. Hanneken, geb. 24. 1. 1842 f 3. 6. 1392in Koburg. Ihm wurde ein aus dem U.'schenund dem Wiebelschen (in Gold ein roter Arm,der in der Hand einen Ring hält) kombiniertesWappen und der Name: „v. U.- genannt Wiedel"verliehen. Es ist erloschen, da er keine Kinderhatte.
Freiherr Hans Wilhelm war hervorragend be-gabt und wegen seines vornehm liebenswürdigen,lebenslustigen Wesens überall beliebt. Er war nochReferendar, als er auf Wunsch der Kreisstände dasLandratsamt des Kreises Wollstein übernahm, daser bis an sein Lebensende behielt. 1851 heirateteer die 14. 2. 1829 geb. Freiin Bertha v. Han-stein a. d. H. Wahlhansen, die Ehe blieb aberkinderlos. Hans Wilhelm, bis zuletzt inglänzender Lage, spielte in der Provinz Posen,aber auch als frcikonservativer Parlamentarier zuBismarcks Zeiten eine bedeutende Rolle und warseinem liberalen ostpreuß. Vetter Hans Victorin herzlicher Freundschaft zugetan. — Vollends machteihn das Witzblatt Kladderadatsch populär, als ervon Bismarcks Tyras, dem „Reichshund" auf
einer Soiree bei Bismarck angefallen und vondiesem selbst befreit wurde. Er hatte den auf desKanzlers Schreiblisch liegenden Revolver prüfendin die Hand genommen, der war ihm losgegangen,deshalb packte Tyras den vermeintlichen Attentäter.Davon sang das Witzblatt: „Wenn du, lieberUnruh-Bomst, wieder zum Reichskanzler kommst,merke dir die weise Lehr', spiele nicht mit Schieß-gewehr!" Sonst traten üble Folgen nicht ein. —Solche kann man eher von den hohen Ehrenherleiten, die ihm des alten Kaiser Wilhelm I.Gunst zuwendete. Um den über alles verehrtenKaiser und den damaligen Kronprinz FriedrichWilhelm nebst ganzem Gefolge und zahlreichenOffizieren beim großen Manöver würdig undbequem in Lang-Heinersdorf aufnehmen zu können,wurden äußerst kostspielige bauliche und andereEinrichtungen getroffen. Sie kosteten ein hübschesVermögen, obwohl der Aufenthalt nur 2 Tage,den 16. und 17. August 1876 dauerte. Aber fürHans Wilhelm stand die hohe Ehrung weithöher, ebenso als Kaiser Wilhelm II. am 2. 9. 1891sein Haus beehrte.
Als Landrat der alten Schule, sich in ersterReihe nicht als örtliches Werkzeug der Verwaltungs-behörde, sondern als Oberhaupt und Vertreter derKreisgemeinde sllhlend, — (was auf diese Stellungenin der ganzen Provinz zurückwirkle) —, war erals Provinzial-Landtagsmarschall und als Kommen-dator des Johanniter-Ordens die erste und meistensführende Persönlichkeit in der Provinz Posen.Dies gelangte auch dadurch zum Ausdruck, daß erzum Schloßhauptmann von Posen und zuletzt —noch als Landrat — zum Wirklichen GeheimenRat mit dem Prädikat Exccllcnz ernannt wurde. —Seine Witwe starb in Heiligenstadt bei ihremBruder, Geheimen Regierungsrat v. Hanstein, am27. 5. 1902.