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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
115-116
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Die Neumärker Unrugher.

er als Pr.-Leutnant nach Wesel ins RegimentCamas, später Dumoulin (37). 1741 heiratete^)er in Schönow i. d.Nm.LniseJulianeZobeltitz-Selchow, hatte aber bis 1748 keine Kinder. 2V. 2.46ward er Kapitän im Regiment Alt-Dohna, späterJungk (44) und 5. 10. 50 als Major ins RegimentIngersleben nach Berggießhübel, dann nach Magde-burg verseht. Im siebenjährigen Krieg zeichnete ersich bei Maxen aus^) und eroberte bei Leutheneine Batterie. 21. 6. 57 Kommandeur des Grenad.-Bataillons geworden, hatte er die Kranichschanzein Glatz zu halten, als Laudon es 26. 7. 1760stürmte. Kaspar Rudolf kam damals in öster-reichische Gefangenschaft nnd demgemäß in Unter-suchung. Die Akten ergeben, daß er mit seinenLeuten bis zuletzt tapfer gefochten, noch feuernließ 2), als schonChamade" geschlagen war undsich erst nach heftigster Gegenwehr der Uebermachtergab. Er blieb also unangefochten, während derVorgesetzte, der so früh hatte Chamade schlagen lassen,3 Jahr Festung bekam. Indes mochte ihn das allesstark mitgenommen haben, unmittelbar nach demFriedensschlüsse nahm er 24. 6. 1763 den Abschieds.Niedewitz halte er vom 1749 gestorbenen Vatergeerbt und sich darüber 31. 8. 1750 mit seinenSchwestern auseinandergesetzt. Seiner ersten Ehewar 26. 2. 1748 in Krvssen ein Sohn DietrichHans Sebastian, dann 11. 8. 1753 AnselmRudolf entsprossen. Dazwischen war 30. 8. 1750Fridrich Georg Heinrich geboren, aber 1758wieder gestorben.

Witwer geworden heiratete Kaspar Rudolf14. 2. 1758 Henriette Charlotte, 2. Tochterdes ch Landrats Wolfs Kaspar Sack-Heinersdorfund Buckow (-P 15. 3. 1783). Von Kindern ausdieser Ehe verlautet nichts. 1776 verkaufte KasparRudolf eincnAnteilNiedewitz an JohanneHenrietteEleonore StoschZ), später auch den andern, aber23. 12. 1781 starb er. Seine Söhne wurdenzunächst beide Soldat. Dietrich Hans Sebastian,dem die Stiefmutter Hcinersdorf übereignete, tratMai 1767 als Fahnenjunker bei den Alvensleben-Dragonern in Friedeberg-Nm. ein, ward 11. 7.1763Fähnrich, 7. 10. 1766 Ltnt. und nahm krankheits-halber 14. 6. 1775 den Abschied mit Pension alsLeutnant.

Anselm Rudolf trat Mai 1770 als Gefr.-Korp. in Frankfurt a. O. ins Jnf.-Regt. (24)Düringshofen, ward 6. 2. 72 Fähnrich, 5. 10. 77Ltnt. und erhielt, I. 6. 87 verabschiedet, 13. 5. 93den Char. als Kapitän.

Dietrich H. S e b. heiratete 1773 BeateHenriette Kupperwolff, die aber kinderlos13. 8. 1774 starbt). Er hatte, außer dem Erbean Heinersdorf von seiner Stiefmutter Sack, vonden andern Sackschen Erben den Alleinbesitz vonHeinersdorf erworben und zeigte dies dem Königmit dem Antrag?) auf Belehnung 8. 5. 1775 und29. 2. 1776 an, wobei er, wohl um Versäumnisse

0 Kirchb. Schönow.

-1 G. Kgs, Kzl. Berk.

»I Script. Uoioin Süss. Grünliagcn, Bd. 15.

-) Geh. Kr. Kzl. Bert.

9 A. Breslau Act. Person. U.

°) Kirchb. Lg. Hcincrsdf.

9 Lehnsaltcn Kainmcrg. Berl.

zu verdecken, angibt, er habe 9. 8.1774 geheiratet,aber die Frau 19. 6. 1775 verloren. Kraft Voll-macht leistet für ihn Kriminalrat Rudolfi 24. 4.1776 den Huldigungseid zu Küstrin. 1777 heirateter Anna Luise Fridrike Wedel, deren ältesteTochter Wilhelmine Henriette Fridrike geg.

24. 8. 1778 noch einmal 1802 in Lauchstädt beiFriedeberg-Nm., erwähnt wird. Dann wurde sielaut Original-Dekret vom 21. 11. 1802 in Stutt-gart zur Hosdame bei Prinzeß Katharina i) ernannt.Von 1807 ab ist sie Hosdame der Königin CharlotteMathilde von Württemberg, 1824 und 1628 inden Staatshandbüchern als Staatsdame ausgeführt.Nach den Aufzeichnungen des Generals v. Brüssellewohnte sie im Gefolge der Königin dem Empfangeder Königin von Westfalen 24. 6. 1815 zuGöppingcnbei. Von 1804 an bis zu ihrem Tode 1340 warsie Stistsdame von Oberstenfeld. 26.8.1780wurde ein -j- Sohn, 7. 8. 1731 eine f Tochtergeboren. 4. 4. 1783 starb diese 2. Frau.

Anselm Rudolf soll zuerst mit Barbarav. d. Marwitz verheiratet gewesen sein. Er hatteNiedewitz übernehmen sollen. Da dies aber ver-kaust war und ihm die militäiische Lausbahn ausdie Dauer nicht behagte, nahm er den Abschied,sobald Dietrich H. Seb. sich 1736 durch seinedritte Heirat mit Fridrike v. 11. (Tochter desBauchwitzcr Georg Christof U. und derPhilippine Blanckenburg Friedland undFuhlbeck) in den Besitz von Clausdorf b. Dt. Cronegesetzt sah^). Dort werden wir ihn im AbschnittBirnbaumer U.'s, Abteilung Bauchwitz, alsKammerherrn" wiederfinden.

Anselm Rudolf übernahm Heinersdors nebstAnteil Buckow vom Bruder und wurde späterNitterschafts- und Landrat des Kreises Züllichau.Dies Amt behielt er bis zu seinem Tode 21. 2.1832 bei. Außerdem ward er aus königl. Huld

25. 1. 1797 mit Gr. und Kl.-Posenuckcl nebstStarostei über Bomst beschenkt. Sein Sohn HansAugust wurde in Heinersdors 19. 10. 1793 ge-boren und später der Gegenstand besonderer GnadenSr. Maj., endlich Stifter des Freiherrlichen HausesII.-Bomst und Heinersdors.

Die zweite Gattin Anselm Rudolfs warJohanna Kern, von weiteren Kindern verlautetaber nichts. Anselm Rudolf verkaufte dieDotation von 1797 für 30000 Thlr. und erwarbstatt dessen die Herrschast Bomst im PoscnschenKreis Wollstein.

Sein Sohn Hans August hatte eineglänzende militärische Lausbahn, er war in dasRgt. Garde du Corps eingetreten, daher dem Königpersönlich genau bekannt. Schon 1846 wurde erKommandeur des Deutzer Kürassier Rgts. Nr. 8.Als solcher wurde er 17. 6. 1847 Freiherr. 1850zog er sich auf die Güter zurück, Ivo er nochPosener Landschaftsrat wurde und 26. 4. 1863starb. Seine Gattin Henriette Sofie Wil-helmine von Wiedel, Tochter des 1847f Kgl. Leibarztes und ersten Generalstabsarztesder Armee vr. Johann von Wiedel, war 20. 5.

9 Arch. Stuttgart.°1 Arch. Danzig.