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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
111-112
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Die Neumärker Unrugher.

Georg und Melchior weiter zu verfolgen.1631 hatte Georg in Buckow durchdieGötzische Plünderung" persönlich viel auszustehen.Haus und Hof wurden zerstöri, alles geraubt,nicht einmal Sommersaat konnte bestellt werden,im Ganzen ein Schaden von viel tausend Thalern i).Georgs Gattin war eine Tochter von NickelKalkreut aufZocher" (Sogar), der sie durch1891 Thlr. Anteil an seiner Hypothek auf GeorgMöstchens Anteils von Radewisch ausstattete.Dadurch kam Georg später in Besitz diesesGutsanteils. Aus dieser Ehe halte Georg nureine Tochter: Anna Margarethe, deren MannRudolfH aacke geradeso des SchwiegervatersLicb-ling wurde, wie Bornstedt bei Wendel Abraham.Haackc besaß Anteile in Nickern und Schönborn,sein Söhnchcn ward nach dem mütterlichen Groß-vater Georg getaust und ließ diesen fortan nurdarauf bedacht sein, wie er zum Nachteil allerBlutsverwandten ihm allen Besitz sichern könne.

Melchior, der 1633 auch Melchior-Rade-Wisch wegen seines Pfandrechts darauf heißt unddem der kleine Besitz in Buckow wohl nicht genügte,hatte Eleo». Kalkreut, Tochter v. ValentinK.-Lochow 1610 zur Herrin eines bescheidenenPächterheims in Glogsen gemacht^). Dort warenihm 3 Söhne geboren: Christian, Sebastianund Georg Fridrich, denen als nächsten Lehns-vettern der beträchtliche Besitz des Onkels Georgin Klemzig, der keinen Sohn hatte, zufallen mußte.Dann wäre für den geliebten Haacke nur Kapital-abfindung übrig geblieben, wie es Gewohnheitsrechtdes Landes und der Zeit war. Deshalb belasteteGeorg schlau alles, so hoch er durfte, zu gunstenHaackes. Mochten dann die Neffen zusehen, wiesie mit dem wertlos gemachten Besitz fertig wurden. Mit seinen Nachbarschwägern hatte Georgs)allerlei Streit wegen Weiderechts; als rücksichtsloskluger Geschäftsmann bekam er auch darin 14. 3.1651 vom Großen Kurfürsten Recht. Schon am18. 6. 1656 verkauftes) er förmlich sein HauptgutKlemzig mit allen Gerichten und Zubehörungcnfür nur 6006 Thlr. an Rudolf Haacke. Um desBruders Melchior als nächsten LehnsverwandtenEinwilligung dazu zu umgehen, wählte er die Formeines sogenannten Erb- und Totenkaufs, gab auchan Melchior eine kleine Absindung, die dieser bei4 Söhnen und 2 Töchtern gewiß grade recht nötighatte. Um aber jeden späteren Einspruch zu ver-eiteln, brachte er es dahin, daß Rudolf Haackediesen seit 230 Jahren den U/s gehörigen Stamm-sitz Klemzig 10. 6. 1662 an Hans Heinrich Kalkreutweiter verkauftes), sich dabei den Hauptwerk alsHypothek zu gunsten des Sohnes vorbehaltend.Bald darauf starb Nudols Haacke. Nun gingGeorg aus den Erwerb von Radcwisch aus, kaufte2. 10. 1662 Dorothea Lucks geb. Stössel daraufhastende Forderung von 800 Thlr. auf und ver-schrieb 7.10. 1662 alle seine Anrechte auf Nadewisch

y Samlg. Möllern Wrslenslein.

"i Ebenda.

-g Lehnsakten. Ebenda.

Lehnsakten und St. St. Berlin. R. 4. No. 48.Ebenda. Bd. soll. Bl. b74.

Ebenda.

der verwitweten Tochter^), wogegen kein Lehnsvetteretwas einwenden konnte. Um diese Forderungenflüssig zu machen, brachte er es dahin, daß Rade-wisch, worauf er mit der Tochter seit dem Verkaufvon Klemzig als Pfandhcrr gesessen hatte, versteigertwurde. Wolff Asmus Heinrich Sack von Heiners-dorf, der auch zu den Pfandgläubigern von Rade-wisch gehörte, erstand es auf seinen Namen. Sohatte Georg den sichersten Schuldner für seinestehen bleibenden Hypotheken und bald daraufwurde Wolff Asmus Heinrich Sack, 17. 7. 1667zu Schönborn getraut, sein neuer Schwiegersohn,der seiner Frau 29. 9. 1663 IVO Dukaten verschrieb.Doch starb dieser nach fünfjähriger Ehe auch schon1672, aber bei der Witwe halte sich nun doppeltesVermögen gehäuft, denn Georg hatte demSchwiegersohn schon 7.12. 1669 das Eigentum anRadewisch, wahrscheinlich zum Gegenvermächtnisfür die Tochter, abgekauft.

Melchior scheint sehr gutmütig oder in dürftigerLage gewesen zu sein. 11. 11. 1660 war er inGröditz (Goldbg.-Hayna») bei Elise PoppschützZeuge einer Darlehnsurkunde.^)

Gegen Abtretung einer von Klemzig noch zu-rückbehaltenen Hufe Landes bewog Georg ihnzu einemS) sog. Erbabkommen (22. 6. 1671), wasetneni völligen Verzicht Melchiors gleichkam. Zuspät wird der sich darüber klar und ergeht sich6. 7. 1672 in langen Klagen beim Kurfürsten überdie ränkevolle Verdrängung seiner Söhne^) ausdem alten Familienbcsitz durch Bruder Georg.Zwar fordert der Kurfürst Bericht ein, aber wir-kungslos gegen Georgs schlaue Einsädelung. DieKammer benutzte den Anlaß vielmehr dazu, dieZnllichaucr Mühle gänzlich vom Lehen zn trennen.Melchior erhält 12. 12. 1672 nur eine all-gemeine VersichernngS) zukünftigen Wohlwollensbei eintretender Lehnssälligkeit. Indes entnahmGeorg daraus, daß sein Radewisch doch vielleichtin die Hände der Neffen kommen könnte. Dahersieht er sich sofortnotgedrungen," 1500 Thl. aufNadewisch zugunsten seines Enkels als MuttererbeeintragenS) zu lassen (24. 6. 1675). Unterm 6.6. 1676 läßt er durch kurfürstlichenWillbries"sich den Voll besitz von Nadewisch?) ausdrücklichbestätigen, wohl um Entschädigungsansprüche seinesEnkels zu begründen, falls die Abtrennung derMühle durcvgefllhrt wird. Das geschah tatsächlich,sobald Georg 23. 10. 1676 gestorben war undMelchiors Söhne das Lehen muteten. Dieswird ihnen schließlich zugesprochen, aber mit allenSchulden^) und ohne die Mühle, die wohl mehrEinnahmen, als das Landgut brachte. Was blieb ihnenübrig? Sie einigten sich mit Georg Haacke auf1800 Thlr., wofür sieihm die letzte nenmärkischeScholleder Familie 6.7.1680 ausließen^). Jeder der 3 BrüderHalle nun also 600 Thlr., wovon die Kosten noch ab-gingen. Christian, der älteste, war irgendwo Soldat

0 Ebenda BI. S75.

-) St. Breslau. O. A. Gröditz.-1 A. Berlin R. 4 Bd. so II Bl. v?S.0 LchnSalt. Kammcrger. Berlin.°) Ebenda.

°) Et. A. Berlin R. 4. Bd 4o. Bl. S09.Ebenda. Bd. 29. Bl. 109.

Ebenda.